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Über Melodik und Rhythmik der zum Tanz gespielten Musik in alter Zeit ist wenig bekannt. Nur religiös verwendete Werke sind aus der Zeit ab etwa 650 durch Aufzeichnungen in irischen Klöstern in Irland und auf dem europäischen Kontinent bekannt. Erst ab Mitte des zweiten Jahrtausends wurde begonnen, die Musik des irischen Volkes und im Speziellen die Tanzmusik schriftlich niederzulegen und zu übermitteln. Bis dahin wurde die Musiktradition fast ausschließlich direkt vom Lehrer auf den Schüler und durch Vorspielen, Hören und Nachspielen weitergegeben.
Die Jig war schon im 16. Jahrhundert bekannt, dürfte aber rhythmisch und melodisch wesentlich älter sein. Es wird angenommen, dass sie sich schon viele Jahrhunderte früher aus irischen Clan-Märschen entwickelt hat. Solche Märsche, gespielt auf dem Dudelsack, der bei allen Gelegenheiten dabei war, wurden von den Clans verwendet, um sich die Reise über größere Strecken zu erleichtern. Die erste überlieferte Jig ist in einer Sammlung John Playfords von 1686 zu finden. Die Bezeichnung dieser Musik als Jig geht auf die italienische Giga oder Gigue zurück, die im 3/4-Takt oder 6/8-Takt notiert wird, ansonsten aber rhythmisch und historisch nichts mit der Jig zu tun hat. Auf Irisch wird sie Port [pó:t], also einfach Melodie oder Lied, genannt, oder in direkter Übertragung des englischen Begriffes Jíg [dÍi:g],was jedoch als schlechtes "Neuirisch" gilt.
Der Reel scheint sich in seiner heute bekannten rhythmischen Form eher in Schottland entwickelt zu haben. Von dort stammt auch seine erste schriftliche Erwähnung, die auf 1590 datiert. Seine typisch keltische Charakteristik, die den gleichen irischen Wurzeln entspringt wie die Jig, war aber dafür verantwortlich, dass er sehr schnell auch in Irland Verbreitung fand und dort mit der einheimischen Musiktradition verschmolz. Schon bald wurden die Rhythmen und Melodien alter Tänze entsprechend variiert, wodurch der Reel zu einem ursprünglich irischen Tanz, jedoch mit ursprünglich schottischer Musik wurde. Bis heute hat sich der Reel zur beliebtesten irischen Tanzmusik entwickelt und sogar die Jig vom Spitzenplatz verdrängt. Die Herkunft des Begriffes "Reel" ist übrigens umstritten. Während einige Sprachwissenschaftler dieses Wort auf das altschwedische "Ragla" in der Bedeutung "hin und her Bewegen" und damit auf die nordischen Einwanderer zurückführen, nehmen andere als Ursprung das angelsächsische "Rulla" an, das soviel wie "Herumwirbeln" heißt. Beide Ursprünge bezeichnen offensichtlich eine Art des Tanzes, nicht den Rhythmus. Das trifft auch auf die irische Bezeichnung Cor [ko:r] in der Bedeutung von Drehen oder eben im Kreis Tanzen zu, was sich eindeutig auf die alten irisch-keltischen Rundtänze bezieht. Die direkte Übertragung des englischen Begriffes lautet Ríl [ri:l], was aber wiederum als schlechtes "Neuirisch" gilt.
Die Hornpipe wurde zuerst zur Zeit Heinrich VIII. erwähnt, war da aber noch ein Tanz englischer Seeleute und Hafenstädte. Erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts begann sich diese Musikform, irisch als Cornphíopa ['kó:nfi:pÉ] bezeichnet, als Tanzmusik auch in Irland auszubreiten. Begünstigt wurde dies von ihrer rhythmischen Nähe zur Single Jig, so dass die Hornpipe im Bereich des Tanzes praktisch zur schweren Variante der leichten Hop Jig wurde. Insofern fügt sich die Hornpipe also völlig nahtlos in die irische Musik- und Tanztradition der Jig ein.

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Irish Dance, Irish Dancing, Irischer Tanz
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Letzte Änderung: 1. Januar 2007 - © Kunst des Denkens 2003-2007
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