 |
 |
| Irische Querflöten |
Erst im 18. Jahrhundert kam, ausgehend von Deutschland über Frankreich, die Querflöte oder Traverse Flute, irisch Fliúit [
flu:t] in Irland in stärkeren Gebrauch. Während sie in der Tanzmusik eher eine untergeordnete Rolle spielte und sich der Flötenspieler oder Fliúiteadóir [
flu:tÉ'dó:É] zuerst nur schwer gegen die Tin Whistle durchsetzen konnte, wurde sie zu einem der wichtigsten Instrumente für irische Music Sessions. Inzwischen hat die ebenfalls gewöhnlich aus Metall bestehende irische Querflöte die Tin Whistle in dieser Funktion bereits überholt. Besaß die ursprüngliche Form meist eine Taste, werden heute auch Instrumente mit mehreren Tasten bis hin zu völlig mit Tasten versehenen irischen Querflöten gebaut.
  |
| Knopfakkordeons (historische Instrumente) |
Im 19. Jahrhundert kam die Ziehharmonika, volkstümlich als Squeeze Box, irisch Bocsa Ceoil [
'boksÉ k®o:l], deutsch Quetschkommode, bezeichnet, nach Irland und wurde schnell als Tanzmusikinstrument beliebt. Bei diesen Rohrblattinstrumenten oder Reed Instruments wird ein Ton erzeugt, indem ein Rohrblatt oder Reed von einem Luftstrom angeblasen wird, der durch einen handbetriebenen Blasebalg erzeugt wird. Da der Blasebalg gezogen oder geschoben werden kann, befinden sich an jedem Luftloch zwei Reeds für die beiden möglichen Luftstromrichtungen. Zuerst kam das relativ kleine Melodium oder Melodeon, irisch Mileoidean [
mÉ'lo:dÉn]. Es besaß nur eine Reihe von zehn Knöpfen und zusätzlich zwei oder vier Bassknöpfe und war meist auf C gestimmt. Mit den zehn diatonisch gestimmten Knöpfen konnten 20 Töne erzeugt werden, da die beiden Reeds jedes Luftloches einen Ton voneinander entfernt gestimmt waren. Die Bässe erzeugten die tonischen und dominanten Akkorde. Dem folgte als direkte Weiterentwicklung das Knopfakkordeon oder Button Accordion, irisch Cairdín Cnaipe [
kà:'di:n 'knapÉ], das bereits zwei Reihen von Knöpfen enthielt, die durch bis zu acht Bassknöpfe ergänzt wurden. Die zweite, ebenfalls aus zehn Knöpfen bestehende Reihe war einen halben Ton über der ersten gestimmt. Da die irische Musik jedoch vorwiegend diatonisch war, wurde die zweite Reihe meist nur für Ornamentierungen benötigt.
Von der Konzertina oder Concertina, irisch Consairtín [
kónsÉr'ti:n], deren Gebrauch erstmalig 1850 schriftlich erwähnt wurde, gab es eine diatonische Variante, die Deutsche Konzertina oder Anglo oder German Concertina, bei der ebenfalls mit Ziehen und Schieben unterschiedliche Töne erzeugt wurden, und eine chromatisch gestimmte, bei der beide Reeds eines Luftloches gleichgestimmt waren, also bei Schieben und Ziehen den gleichen Ton erzeugten, die Englische Konzertina oder English Concertina. In Irland war besonders die Deutsche Konzertina in Gebrauch. Die Konzertina hatte die Knöpfe verteilt über beide Seiten, hatte also keine Bässe, und war auf C und G gestimmt. Im County Clare war sie vor allem bei weiblichen Musikern sehr beliebt.
Wiederum als direkte Weiterentwicklung des Knopfakkordeons kam dann das chromatische Akkordeon oder chromatic Button Accordion, das ebenfalls chromatisch gestimmt war und drei bis fünf Knopfreihen, sowie eine mehr oder weniger große Zahl von Bassknöpfen enthielt. Daraus entstand schließlich das Pianoakkordeon oder Piano Accordion, irisch Cairdín Pianó [kà:'di:n pia'no:] mit einer klavierartigen Tastatur und einem großen Basssystem als Abschluss der technischen Entwicklung dieser Instrumentenklasse. Beide Akkordeons ergaben beim Ziehen und Schieben jeweils die gleichen Töne. Das im Gegensatz zu den Uilleann Pipes sehr einfach zu spielende Akkordeon ist bis heute eines der wichtigsten Instrumente der irischen Tanzmusik geblieben und wird bei vielen Feiseanna eingesetzt. Sein Klang ist jedoch mehr als bei Geige, Querflöte und Whistle eine Geschmacksfrage, so dass es bei modernen Musikproduktionen eher in den Hintergrund tritt oder ganz vermieden wird.