Die Musikauswahl für den Tanz, der am Ende vorgeführt werden soll, hängt natürlich in erster Linie vom Geschmack und Können des Tänzers ab. Die Musikauswahl für das Tanztraining muss sich aber an technischen Momenten orientieren. Hier sind die Fragen der Rhythmik und der Geschwindigkeit die entscheidenden Kriterien.

Für das Einüben bestimmter Techniken sollte die Rhythmik klar und exakt und die Geschwindigkeit relativ gering sein. Später lässt sich zuerst die Geschwindigkeit steigern. Dabei sollten mehrere Musikstücke gewählt werden, die jeweils leicht schneller sind. Bestimmte Techniken, beispielsweise beim Trebble Reel, lassen sich auch zuerst mit halber Geschwindigkeit trainieren. Später wird dann wieder zu langsameren Musikstücken zurückgekehrt, um dann mit normaler Tanzgeschwindigkeit zu tanzen. Im Allgemeinen ist es nicht möglich, direkt die Geschwindigkeit zu verdoppeln, sondern der Tänzer muss über mehrere Tage mit ansteigender Tanzgeschwindigkeit erst Reflexbögen ausbilden, die seine Bewegungen automatisieren.
Wird eine Technik auch zumindest bei mittlerer Geschwindigkeit sicher beherrscht, kann auch die Rhythmik variiert werden. Das können zum Beispiel Musikstücke sein, in denen der Grundrhythmus leicht verzerrt ist, aber vor allem auch Musikstücke, die stärker melodisch geprägt sind, so dass dem Tänzer der Rhythmus nicht mehr so deutlich vorgegeben wird. Bei Heavy Dances erzeugt der Tänzer ja ohnehin selbst starke rhythmische Klänge. Deshalb ist es entscheidend, dass man über dem eigenen Rhythmus nicht den der Musik verliert und "neben" der Musik tanzt.

Insgesamt kommt es bei der Auswahl der Trainingsmusik also nicht darauf an, besonders "schöne" oder traditionelle Musik zu verwenden. Wichtig ist vielmehr, sich eine passende Musikkollektion zuzulegen, mit der Grundtechnik, Geschwindigkeit und Rhythmustreue optimal trainiert werden können. Dabei ist es von besonderer Wichtigkeit, bereits zu Beginn die korrekten irischen Rhythmen zu verwenden, um das tanzspezifische Rhythmusgefühl zu trainieren, anstatt auf andere Musikstücke auszuweichen. Das intuitive Erkennen der Rhythmen und die richtige Zuordnung von Tanzschritten kann so von Beginn an geübt werden und ist eine wichtige Voraussetzung für korrektes Timing des Tanzes.
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Letzte Änderung: 1. Januar 2007 - © Kunst des Denkens 2003-2007
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