Die Trainingskleidung für das Irish Dancing sollte so gewählt werden, dass einerseits die schnelle Beweglichkeit nicht eingeschränkt wird, andererseits die Beine für den Tanzlehrer oder im Spiegel für den Tänzer selbst gut sichtbar sind. Dazu eignen sich kurze Tanzkilts oder kurze Hosen, oder aber lange, jedoch relativ eng anliegende, aber nicht spannende Hosen. Da die Körperhaltung im Irish Dancing ebenfalls wichtig ist, sollte auch die Trainingsoberkleidung zwar leicht, aber eng anliegend sein, um die Haltung ständig im Auge behalten zu können.
Die Grundausstattung für das Irish Dancing sind die richtigen Tanzschuhe. Für Light Dances und Céilí Dances gibt es spezielle irische Tanzschuhe, die sich durch eine dünne, relativ weiche Sohle auszeichnen, die beim Auftreten keinen Klang erzeugt. Die Light Shoes für Frauen, die Ghillies, ähneln den klassischen Ballettschuhen, während Männer mit einer Art Halbschuh, dem Reel Shoe, tanzen. Ghillies, auch Light Pumps oder einfach Pumps genannt, sollten relativ eng sein und entsprechend eng geschnürt werden, damit sie dem Fuß den notwendigen Halt geben. Zu beachten ist dabei, dass sich das relativ weiche Leder schnell dehnt, weshalb neue Ghillies ruhig etwas knapp bemessen werden sollten. Die Schürung der Ghillies erfolgt, indem die Senkelenden mit der vorderen Lederschlaufe beginnend abwechselnd rechts und links durch die seitlichen Schlaufen und beide Enden durch die hintere Schlaufe gezogen werden. Je nach Restlänge der Enden werden diese ein- oder mehrmals um das Fußgelenk geschlungen, bevor sie mit einer normalen Schleife verknotet werden.
Natürlich lässt sich anstatt des Originals dafür jeder andere ähnliche Tanzschuh verwenden. Aber auch mit ganz normalen Schuhen können Light Dances problemlos getanzt werden. Die Schuhe sollten nur nicht zu fest sein, also aus relativ weichem, flexiblem Material bestehen. Außerdem sollte die Sohle weder rutschig sein, noch gummiartig am Boden kleben. Wichtig ist gleichermaßen fester Stand, auch in der Bewegung, als auch die Möglichkeit, schleifende Fußbewegungen auszuführen. Besonders Männer trainieren Light Dances daher oft lieber in speziellen Tanzturnschuhen, die eine zweiteilige Sohle aufweisen und auch Beugungen des Fußrückens zulassen.
Für Heavy Dances werden Schuhe verwendet, die sich durch harte Sohlenteile unter der Schuhspitze und der Ferse auszeichnen, mit deren Hilfe es möglich ist, klopfende Klänge zu erzeugen und beim Tanz selbst rhythmische Musik zu machen. Der klassische irische Steppschuh verfügt über sehr dicke Sohlenteile, die früher aus hartem mehrlagigem Leder waren, heute aber fast ausschließlich aus Fiberglas oder anderen Kompositwerkstoffen, selten aus Hartholz bestehen, also im Gegensatz zum amerikanischen Swingsteppschuh nicht über Metallplatten verfügen. Diese sogenannten Jig Shoes wirken zwar wesentlich klobiger, erzeugen aber einen sehr kräftigen und dunklen Klang und sind ein wesentliches Charaktermerkmal der ganz speziellen Ästhetik des Irish Dancing. Profis verwenden gelegentlich Schuhe, die zwar klassisch irisch gebaut sind, aber für zusätzliche Effekte außerdem noch mit Metallplatten ausgestattet sind. Das ist aber allgemein nicht notwendig und auch nicht unbedingt besonders stilecht.
Natürlich lassen sich irische Heavy Dances auch mit Swingsteppschuhen tanzen. Diese sind einfache Halbschuhe, die auf der Sohle unter der Schuhspitze und unter dem Absatz über Metallplatten verfügen. Dadurch wird ein relativ heller, im Vergleich zum Jig Shoe schwächerer Klang erzeugt. Zu beachten ist jedoch, dass sich durch das Fehlen der hohen Sohle verschiedene Klänge nicht oder nur sehr gedämpft erzeugen lassen, die beim irischen Steppschuh durch Zusammenschlagen der Sohlen erzeugt werden. Es gibt jedoch vereinzelt Schuhe, die diesen Nachteil durch Metallplatten an den Innenseiten der Fersen ausgleichen. Tap Profis verwenden auch Swingsteppschuhe, in die bewegliche Metallplatten eingebaut sind, die dann zusätzliche Klänge erzeugen und so eine höhere Schlagfrequenz vortäuschen. Ein Stilbruch ist dabei aber unvermeidlich.
Wie bei den Light Dances lassen sich auch die Heavy Dances prinzipiell mit ganz normalen Schuhen tanzen, auch wenn das weniger laut ist, als man es sich vielleicht wünschen würde. Dabei tritt aber das Problem der gleichzeitigen Forderung von Rutschfestigkeit und Schleiffähigkeit viel stärker in Erscheinung. Heavy Dances sind normalerweise erheblich schneller und bestehen aus einer Vielzahl schnell aufeinander folgender teilweise schleifender Fußbewegungen, bei denen der Fuß weder am Boden kleben bleiben darf, weil dann die notwendige Geschwindigkeit nicht zu erreichen ist, noch darf man bei diesen schnellen Bewegungen weg rutschen. Daher stößt man bei Heavy Dances hier schnell an die Grenzen und kommt um die Anschaffung echter Steppschuhe letztlich auch als Freizeittänzer nicht herum.
Für das Training zu Hause hat sich eine einfache, wenn auch sicher verblüffende, schuhlose Alternative bewährt. Hat man keine Steppschuhe zur Hand oder will man einfach den damit verbundenen Lärm vermeiden, lassen sich Heavy Dances auch hervorragend in Wollsocken trainieren, und zwar sowohl auf Holz und Bodenbelag, als auch weichem Teppichboden. Die Griffigkeit entspricht erstaunlicherweise ziemlich gut der von Steppschuhen, aber es gibt keinen Lärm, und auch der Boden wird geschont. Die Geräuschlosigkeit hilft zudem auch dabei, den Rhythmus zu halten, weil man dadurch die Musik besser hört und nicht durch eigene Schrittfehler verwirrt wird.
Social Set Dances werden ohnehin allgemein in normalen Schuhen getanzt. Daher eigenen sich für das Training dieser Tänze bequeme Tanzsportschuhe, aber auch jeder andere Schuh, mit dem gefahrloses Tanzen möglich ist. Für Sets mit Battering werden gelegentlich auch Jig Shoes verwendet, um die Klänge zu verstärken. Dabei gilt prinzipiell das Gleiche wie bei Heavy Dances.
Der Tanzboden ist zwar keine Ausrüstung, die man normalerweise so einfach mit sich herum tragen kann, er ist aber genauso Arbeitsmittel wie die Schuhe, mit denen man auf diesem Boden tanzt. Vor allem das Step Dancing ist eine Serie kleinerer und größerer Sprünge, die eine große Belastung für die Gelenke darstellen. Daher ist es sehr wichtig, dass der Tanzboden genug federt, um stauchende Belastungen zu minimieren. Ideal sind extra dafür ausgelegte Spezialtanzböden. Auch gepolstert oder hängend verlegte Holz-, Parkett-, Laminat- oder Plastikböden sind geeignet. Ungeeignet sind hingegen Steinfußböden oder Estrich- und Betonböden mit einfachen dünnen Überzügen, die praktisch keinerlei Federung besitzen. Die Oberfläche sollte glatt sein und keine Rillen oder Kanten aufweisen, an denen man beim Tanzen hängen bleiben kann. Für Heavy Dances muss der Boden natürlich auch klangtauglich sein und darf nicht durch die schweren Schuhschläge beschädigt werden. Auch hier sind gepolstert oder hängend verlegte Böden, unabhängig vom Belag, am besten geeignet, da sie quasi einen eigenen Resonanzraum besitzen, der die Schläge verstärkt und besser hörbar macht. Zu laut darf der Boden speziell beim Training jedoch auch nicht sein, damit die Lärmbelastung der Tänzer nicht zu hoch wird. Für das Training unterwegs oder auch für kleinere Soloauftritte gibt es seit einiger Zeit sogar transportable Stepptanzböden, die in eine relativ kleine Tasche passen und die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen, womit man das Irish Dancing praktisch überall mit hinnehmen kann.
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Letzte Änderung: 1. Januar 2007 - © Kunst des Denkens 2003-2007
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