Stands

Ehe man tanzen, also sich künstlerisch bewegen kann, muss man zuerst einmal stehen. Die Stands oder Stände sind die verschiedenen Arten, vor und nach einer Fußbewegung auf einem oder beiden Beinen zu stehen. Dabei geht es nicht um die Stellung der Füße zueinander, sondern um die Art, wie die Füße den Boden berühren und wie das Gewicht verteilt ist. Ein Stand kann einbeinig oder zweibeinig sein. Bei zweibeinigen Ständen kann das Gewicht gleichmäßig verteilt oder hauptsächlich auf nur einen Fuß konzentriert sein. Außerdem kann jeder der beiden Füße in einem anderen Stand stehen.
Die Gewichtsverteilung bei zweibeinigen Ständen ergibt sich gewöhnlich aus der Dynamik des Tanzes. Je nach der Motion, die getanzt werden soll, und auch entsprechend dem Ende einer vorhergehenden Motion wird sie dynamisch gewählt und ständig verändert, so dass die Tanzbewegung zwanglos fortschreiten kann. Ob eine Gewichtsübertragung von einem Bein auf das andere erfolgt und wie stark das Gewicht übertragen wird - ganz oder teilweise -, wird bei der Beschreibung der Motionen erklärt. Deshalb wird die Gewichtsverteilung bei der Angabe des Standes gewöhnlich nicht angegeben. Es ist aber trotzdem sehr wichtig, das Gewicht zum Ende einer Motion und vor Beginn der nächsten rechtzeitig so neu zu verteilen und gegebenenfalls zu übertragen, dass die Motion ohne Verzögerung durch zusätzliche Gewichtskorrekturen folgen kann.

Stehen auf der Fußspitze. Dabei ist der Fuß bis zu den Zehen gerade nach unten gestreckt, so dass Fuß und Unterschenkel eine senkrechte, gerade Linie bilden, oder sogar leicht überstreckt, so dass die Sohle leicht hohl ist. Da Heavy Shoes vorn harte dicke Sohlen mit flacher Spitze haben, ist diese Position bei Heavy Dances von den Zehen her wesentlich einfacher zu meistern, als bei Light Dances. Da Light Shoes dem Fuß keine Unterstützung bieten, sollte in Light Dances auf Toe Stands besser verzichtet werden. Trotzdem gehören sie mittlerweile fest zum Repertoire des Wettkampf- und Showtanzes.

Stehen auf dem Ballen. Dabei muss die Ferse relativ hoch gezogen werden, so dass der Fußrücken möglichst weit, wenn auch nicht völlig gestreckt ist. Andererseits ist die Auflagefläche tatsächlich der Ballen, nicht nur die Zehen. Je geschickter und kräftiger ein Tänzer ist, umso höher kann er den Ball Stand ziehen, um den Eindruck der Eleganz und des Schwebens über dem Boden zu verstärken. Im modernen Wettkampf- und Showtanz werden im Gegensatz zur Tradition fast nur noch die Zehen als Standfläche verwendet, auch wenn noch vom Ball Stand gesprochen wird. Der Ball Stand ist der grundlegendste Stand für Solo Dances, Figure Dances und Céilí Dances.

Stehen auf der Ferse. Die Fußspitze ist dabei nach oben gezogen. Liegt dabei das volle Gewicht auf diesem Stand, bleibt fast die volle Ferse Standfläche. Die Füße werden dann nicht so hoch gezogen, dass man nur noch auf dem hinteren Rand der Ferse stehen würde, sondern es werden eher die Fußspitzen nach oben gerollt, während die mittlere Fußsohle relativ flach über dem Boden bleibt. Dem setzen Heavy Shoes allerdings einen erheblichen Widerstand entgegen und machen Heel Stands zu einem Balanceakt auf der Kante der Absätze.
Nur bei einigen wenigen Kombinationen wird ein beidseitiger Heel Stand verwendet. Meist steht nur ein Bein im Heel Stand, während das andere im Ball oder Flat Stand steht oder sich in der Luft befindet. Trägt der einbeinige Heel Stand kein oder wenig Gewicht, wird der gesamte Fuß durchaus wesentlich höher gezogen, so dass er bereits fast auf der Rückseite der Ferse aufliegt.

Stehen auf der ganzen Fußsohle. Dabei ist das Gewicht normalerweise so über die gesamte natürliche Auflagefläche des Fußes verteilt, dass ein sicherer, ebener Stand erreicht wird. Bei Sprüngen und anderen Motionen, die ein kräftiges Lösen vom Boden erfordern, wird das Gewicht aber unmittelbar vor der folgenden Motion auf die Ballen verlagert, so dass dann durch eine Streckung des Fußes ein Impuls nach oben erzeugt werden kann. Dies ist im irischen Tanz notwendig, da ein Absprung allein durch Kniestreckung bei den üblichen Tanzgeschwindigkeiten praktisch unmöglich ist und auch nicht der irischen Stilistik der angespannten Körperhaltung entspricht. Der Flat Stand ist der grundlegendste Stand für Social Set Dances. Aus dem eben genannten Grund geht er aber vielfach in einen leichten Ball Stand über, ohne dass dies ausdrücklich angegeben wird.

Set Dance, Figure Dancing, Céilí Dance
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Letzte Änderung: 1. Januar 2007 - © Kunst des Denkens 2003-2007
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