Prinzipiell kann natürlich jeder Tanzschritt besonders leise getanzt werden, so dass man ihn kaum oder gar nicht hört, was speziell für den Tanz in Light Shoes gilt. Als Silent Motions oder stille Motionen werden aber nur solche Bewegungen bezeichnet, die aus technischen Gründen keinen oder keinen wesentlichen Klang erzeugen können. Sie können als eigenständige Motionen auf einen Taktschlag getanzt werden. Stille Motionen des einen Beines können auch Motionen mit Klang des anderen Beines begleiten. Sind sie dafür notwendig und praktisch Bestandteil dieser anderen Motionen, werden sie meist nicht explizit als Motion erwähnt. Nur wenn sie tatsächlich als zusätzliches Element, das auch gegen andere Elemente ausgetauscht oder weggelassen werden kann, zu einer anderen Motion hinzutreten, werden sie ausdrücklich angegeben.
Heben des Fußes und Vorbeiführen am Knie des Standbeins. Die Fußspitze ist dabei nach unten gestreckt, die Fußsohle zeigt nach innen. Das Knie zeigt dabei gebeugt in Vorwärtsrichtung, nicht zur Seite. Der Pass ist nach hinten oder vorn möglich. Der Pass vorwärts wird auch Ahead, der Pass rückwärts auch Back genannt. In traditioneller Notation wird ein Ball Step, dem ein Pass rückwärts vorangeht, wobei der Pass aber nur als Ansatz des Ball Steps gilt und daher nicht als eigenständige Motion gewertet wird, mit Back bezeichnet und darf dann nicht mit dieser Motion verwechselt werden. Der Pass tritt immer auf, wenn die Beinfolge verändert wird, und ist daher ausgesprochen häufig. Er wird aber nur explizit angegeben, wenn er eigenständig auf einen eigenen Taktschlag erfolgt.
Tritt in die Luft. Der Kick ist in jede Richtung und in jeder Fußstellung möglich. In traditioneller Notation wird ein Low Cast vorwärts, eventuell mit gleichzeitigem Leap oder Sissonne, mit Kick bezeichnet und darf dann nicht mit dieser Motion verwechselt werden. Der Kick wird, wann immer technisch möglich, zumindest angedeutet als Ansatz von Motionen verwendet, die mit dem Abheben des vorderen Beines beginnen, oder bei denen das hintere Bein nach vorn gebracht wird, ist also ebenfalls relativ häufig. Er wird aber nur explizit angegeben, wenn er eigenständig auf einen eigenen Taktschlag erfolgt oder durch andere Motionen ersetzt werden kann.
Heben des Unterschenkels gekreuzt vor oder hinter dem Standbein, bis der Unterschenkel waagerecht oder höher ist. Das Knie bleibt dabei in Höhe des Knies des Standbeines und wird nicht angehoben. Der Fuß wird dabei angezogen, so dass die Sohle nach außen zeigt. Danach wird der Unterschenkel sofort wieder abgesenkt. In traditioneller Notation wird der Cut wird auch mit Whip bezeichnet und darf dann nicht mit der gleichnamigen Motion verwechselt werden.
Heben des Knies, bis der Oberschenkel waagerecht ist. Die Fußspitze zeigt dabei nach unten. Für gehobene Ansprüche kann der Raise auch höher gezogen werden, bis das Knie die Brust berührt.
Heben des Unterschenkels nach hinten bis zum Gesäß. Die Fußspitze ist dabei gestreckt. Der Lift wird, wann immer technisch möglich, zumindest angedeutet als Ansatz von Motionen verwendet, die mit dem Abheben des hinteren Beines beginnen. Er wird aber nur explizit angegeben, wenn er eigenständig auf einen eigenen Taktschlag erfolgt oder besonders betont dargestellt wird.
Drehung eines Gelenkes in einer bestimmten Haltung.
Drehen des Unterschenkels im Raise um das Kniegelenk als Rotationsachse, so dass der Fuß möglichst die Hüfte berührt. Die Fußspitze ist dabei gestreckt.
Drehen des nach unten gestreckten Fußes um das Fußgelenk, wobei die Drehachse durch die Ferse geht, so dass die Fußspitze einen Kreis vor der Ferse beschreibt. Die Drehung kann auswärts oder einwärts erfolgen. Der Stir wird häufig aus dem Toe Stand heraus ausgeführt.
Drehen des Fußes, wobei die Drehachse senkrecht durch einen bestimmten Fußteil geht. Dabei erfolgt diese Drehung im Hüftgelenk, nicht im Fußgelenk, betrifft also jeweils nicht nur den Fuß, sondern das ganze Bein. Der Twist ist im Stand möglich, so dass der aufgesetzte Fußteil im Kreisbogen rutscht, sowie frei in der Luft bei erhobenem Bein. Weiterhin ist er einwärts als Twist In und auswärts als Twist Out möglich und kann einen oder beide Füße betreffen.
Kippen des Fußes, wobei die Drehachse horizontal vorwärts durch den Knöchel geht, so dass der Fuß auf der Fußkante steht, und Wiederaufrichten des Fußes. Der Rock existiert in zwei deutlich voneinander verschiedenen Varianten, wobei eigentlich nur der High Rock ein echter Rock ist, während der Low Rock eine Vereinfachung darstellt, die zum großen Teil eher ein Twist mit beiden Füßen ist. Beide Formen können als stilistische Varianten gegeneinander ausgetauscht werden, wobei der Low Rock von weniger geübten und der High Rock von fortgeschrittenen Tänzern getanzt wird, oder sie können als unterschiedliche Motionen parallel verwendet werden. Der Rock ist einwärts als Rock In und auswärts als Rock Out möglich.
Drehen beider eng hintereinander stehender Füße im Fußgelenk zu einer Seite und Absenken des Fußes, der dabei nach außen gedreht wird, wobei der andere Fuß leicht nach innen gekippt wird und möglichst nur auf der Fußkante steht. Danach werden die Füße sofort wieder aufgerichtet. Der Low Rock ist einwärts mit vorderem Fuß nach innen und hinterem Fuß nach außen gedreht in Low Rock-In Position als Low Rock In und auswärts mit vorderem Fuß nach außen und hinterem Fuß nach innen gedreht in Low Rock-Out Position als Low Rock Out möglich.
Kippen des Fußes im Fußgelenk zur Seite, wobei die Drehachse horizontal vorwärts durch den Knöchel geht, so dass der Fuß auf der Fußkante steht. Dabei wird der Fuß fast oder ganz auf den Boden abgesenkt und danach sofort wieder aufgerichtet. Der High Rock ist auswärts und einwärts möglich und kann einen oder beide Füße betreffen. Im Allgemeinen erfolgt der High Rock nur von der Crossed Tight Position aus mit beiden Füßen, wobei jeweils der eine Fuß leicht nach außen und der andere stark nach innen gekippt wird. Dann ist er einwärts mit vorderem Fuß nach innen und hinterem Fuß nach außen gekippt in High Rock-In Position als High Rock In und auswärts mit vorderem Fuß nach außen und hinterem Fuß nach innen gekippt in High Rock-Out Position als High Rock Out möglich.
Hochwerfen eines Beines in die Luft, wobei das Bein vom Knie bis zum Fuß gestreckt ist. Der Cast ist in jede Richtung und in jeder Fußstellung möglich. Er kann noch durch die zu erreichende Höhe genauer spezifiziert werden. Der Cast wird auch Hitch genannt.
Hochwerfen des Beines um weniger als 90°. In traditioneller Notation wird ein Low Cast vorwärts, eventuell mit gleichzeitigem Leap oder Sissonne, mit Kick bezeichnet und darf dann nicht mit der gleichnamigen Motion verwechselt werden. Der Low Cast wird als Ansatz anderer Motionen ebenso wie der Kick verwendet und stellt dann als unselbständige Motion nur eine stilistische Variante des Kicks dar, die wiederum nicht explizit angegeben wird.
Hochwerfen des Beines etwa auf 90°. Der Half Cast ist diejenige Variante, in der der Cast gewöhnlich als eigenständige Motion ausgeführt wird.
Hochwerfen des Beines um mehr als 90°, eventuell bis zur Streckung senkrecht nach oben. Der High Cast wird eigentlich nur in ballettähnlichen Bühnentänzen verwendet und ist für den Irish Step Dance eher untypisch.
Drehung des gesamten Körpers. Dabei können beide, nur ein oder kein Bein am Boden sein, sowie Beinwechsel erfolgen. Nur Turns, bei denen beide oder ein Bein am Boden ist, stellen Motionen dar. Turns im Sprung oder während einer Schrittfolge, also Air Turns und Step Turns, werden als Zusammensetzung aus den einfachen Sprüngen und Schrittfolgen und einer zusätzlichen Drehlokomotion gewertet.
Körperdrehung auf einem Bein stehend, wobei der Drehimpuls durch Abstoßung des anderen Beins vom Boden erzielt wird. Der Pivot Turn ist als Viertel-, Halb-, Einfach- und Mehrfachdrehung üblich, andere Drehwinkel sind möglich. Für Teildrehungen wird der Winkel als Zahlenangabe zwischen 0 und 360 im Gradmaß an den Typencode angefügt, für Mehrfachdrehungen erfolgt die Angabe der Anzahl der Drehungen vor dem Typencode. Es können auch beide Zahlenangaben kombiniert werden, wodurch die Anzahl der Volldrehungen und noch eine weitere Teildrehung beschrieben werden. Pivot Turns sind vom freien Bein vorn herum einwärts als Inside Pivot oder hinten herum auswärts als Outside Pivot möglich. Als ausführendes Bein wird jeweils das Standbein angegeben.
Körperdrehung auf einem Bein stehend, wobei der Drehimpuls durch eine einleitende Schwungbewegung des anderen Beins um die Körperachse herum in Drehrichtung erzielt wird. Der Pirouette Turn ist als Einfach-, Zweifach- und Dreifachdrehung üblich, andere Drehwinkel sind möglich. Für Mehrfachdrehungen erfolgt die Angabe der Anzahl der Drehungen vor dem Typencode. Pirouette Turns sind vom freien Bein vorn herum einwärts als Inside Pirouette oder hinten herum auswärts als Outside Pirouette möglich. Als ausführendes Bein wird jeweils das Standbein angegeben. Der Pirouette Turn stammt aus dem Ballett und ist für den Irish Step Dance eher ungeeignet.
Körperdrehung auf beiden Beinen stehend, wobei der Drehimpuls durch eine Verdrehung beider Beine umeinander erzielt wird. Bleiben die Füße dabei am Ort fixiert, hängt der erreichbare Drehwinkel von Ausgangs- und Endstellung der Füße ab. Der erzeugte Schwung kann aber auch ausgenutzt werden, um den eigentlich technisch nur sehr begrenzten Drehwinkel durch Schleifen der Füße über den Boden zu vergrößern. Der Winkel wird als Zahlenangabe zwischen 0 und 360 im Gradmaß an den Typencode angefügt. Von der Fußbewegung her stellt der Spiral Turn eine Kombination von Twists und Slides beider Füße dar. Viertel- und Halbdrehungen werden Swivels genannt.
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Letzte Änderung: 1. Januar 2007 - © Kunst des Denkens 2003-2007
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