Motions

Die wesentlichsten Aktionen, also die Fußarbeit, auf die es beim Solo Dancing ankommt, erfolgen am Ort, ohne dass sich der Tänzer räumlich bewegt. Motions oder Motionen sind stationäre Bewegungen, mehr oder weniger ohne Fortbewegung des Körpers, insofern sie sich nicht notwendig aus der Fußbewegung ergibt. Es gibt einfache Motionen, die nur aus einer Bewegung bestehen, und komplexe Motionen, die aus mehreren einfachen Motionen zusammengesetzt sind, aber in einem Bewegungsfluss getanzt werden. Weiterhin lassen sich die Motionen auch nach der Anzahl der Sounds oder Klänge einteilen, die sie erzeugen - oder genauer erzeugen würden, insofern sie mit Heavy Shoes getanzt werden oder getanzt werden würden. Zu den an sich stationären Motionen können noch Bewegungen im Raum, also Lokomotionen, hinzukommen. Die dafür notwendigen Beinbewegungen überlagern dann die Grundbewegungsfolge der Motionen, wodurch vor allem Bewegungsrichtungen und Abstände der Füße und Beine im Vergleich zur Grundform einer Motion modifiziert werden. Die grundlegende Bewegungsabfolge bleibt jedoch erhalten.
Die im Folgenden beschriebenen Motionen werden nicht alle im traditionellen Irish Step Dance verwendet, sondern stammen teilweise auch aus dem American Tap Dance. Solche Motionen wurden jedoch mit in die Darstellung aufgenommen, einerseits um einen möglichst umfassenden Überblick über die tänzerischen Gestaltungsmöglichkeiten zu bieten, andererseits in einigen seltenen Fällen um die Abgrenzung zum American Tap Dance zu verdeutlichen und für stilistische Klarheit zu sorgen.
Die Grundmotion des Stepptanzes überhaupt ist der Step, die wichtigste und charakteristischste, wenn auch nicht unbedingt häufigste, Motion des Irish Step Dance hingegen ist der Hop, was wiederum verdeutlicht, dass Irish Step Dance nicht prinzipiell Stepptanz ist. Weiterhin werden am häufigsten Leaps, Kicks, Cuts, Points, Stamps, Trebles, Brush Steps, Clicks, Drops und Hits verwendet, wobei aber immer, auch bei komplexen Motionen, der Rhythmus eingehalten wird und pro Schlag im betreffenden Rhythmus höchstens ein Klang erzeugt wird. Die durch Multiplikation oder Synkopation erzeugten Motionen mit mehreren Klängen des American Tap Dance kommen im Irish Step Dance so nicht vor. Aber als Kombination oder zumindest Teil einer Kombination werden viele von ihnen auch im Irish Step Dance verwendet. Der Unterschied besteht eben darin, dass die einzelnen Klänge dem Rhythmus der Musik entsprechen, statt ihn zu multiplizieren oder zu sykopieren. Der Unterschied zwischen solchen amerikanischen Motionen und irischen Kombinationen ist also keine Frage der Reihenfolge der Bewegungen und Klänge, sondern eine Frage der Anwendung und des Rhythmus. Da es hier aber nicht um American Tap Dance geht, werden einige der standardisierten hochmultiplizierten American-Tap-Dance-Motionen im Folgenden nicht als Motionen behandelt, sondern statt dessen in einem späteren Kapitel als Kombinationen im irischen Stil dargestellt. Andere komplexe Motionen, die je nach Geschwindigkeit und Tanzstil auch als einfache Kombinationen aufgefasst werden können, werden sowohl als Motion, als auch später noch einmal als Kombination erklärt.
Ein großes Problem für die Aufzeichnung von Choreografien für irische Solo Dances stellen die Bezeichnungen der einzelnen Motionen dar. Hier ist es einmal so, dass eine Motion oftmals beim Irish Step Dance anders benannt wird als im American Tap Dance. Und um die Verwirrung komplett zu machen, werden in beiden Tanzstilen teilweise die gleichen Wörter für unterschiedliche Motionen verwendet. Zum anderen gibt es aber auch innerhalb des Irish Step Dance eigentlich keine klar standardisierten Bezeichnungen, so dass je nach Tanzschule für die gleiche Motion und später auch für die gleiche Kombination verschiedene Namen gebräuchlich sind. Das ist auch einer der Gründe, die es erschweren, Notationen von Kombinationen zu verstehen, wenn nicht vorher angegeben wird, was womit gemeint ist. Die Bezeichnungen, die im Folgenden für Motionen verwendet werden, orientieren sich im Wesentlichen an den relativ klar definierten Motionsbezeichnungen aus dem American Tap Dance, ergänzt durch im Irish Step Dance mehr oder weniger gebräuchliche Spezialbegriffe. Diese wurden systematisiert und standardisiert, sowie durch standardisierte Orts- und Richtungsbezeichnungen ergänzt. Viele typisch irische komplexe Motionen werden hier als solche beschrieben und benannt. Jedoch in den technischen Beschreibungen der Kombinationen, in denen sie auftreten, wird vielfach, wie im Irish Dancing üblich, die Zusammensetzung aus Einzelmotionen vorgezogen. Erst in den Kombinationsnamen tauchen dann die Namen der entsprechenden komplexen Motionen wieder auf. Auf Verwechslungsmöglichkeiten, die durch die unterschiedliche Verwendung von Begriffen entstehen können, wird teilweise ausdrücklich hingewiesen. Damit sollte es dann auch möglich sein, Notationen irischer Solo Dances von anderen Autoren zum großen Teil zu verstehen. Gelegentlich werden ergänzend dazu auch mehr oder weniger traditionelle Bezeichnungen für Motionen und später Kombinationen angegeben. Dies ist jedoch nur sehr relativ zu verstehen und kann weder einen Anspruch auf Allgemeingebräuchlichkeit noch Allgemeinverständlichkeit erheben.

Notation

Für die symbolhafte Kurznotation von Kombinationen werden Buchstabencodes zur Bezeichnung der verschiedenen Motionen verwendet. Eine komplette Beschreibung einer Motion enthält neben der Angabe der Codebuchstaben des Motionstyps noch Angaben zum Körperteil, mit dem sie ausgeführt wird, sowie zur Richtung, in die sie zeigt. Letzteres betrifft die Grundform und wird durch eventuelle zusätzliche Lokomotionen gegebenenfalls stark modifiziert.

Zu Beginn steht jeweils die Bezeichnung des Beines, mit dem die Motion ausgeführt wird. Dabei wird jeweils nur das Bein angegeben, das die Hauptbewegung ausführt, während unterstützende Hilfsbewegungen des anderen Beines unberücksichtigt bleiben. Erfolgt eine Motion, beispielsweise ein Sprung, von einem Bein auf das andere, so wird die Abfolge durch ein Überleitungszeichen > zwischen den beiden Angaben dargestellt. Die Angabe der Körperseite wird durch einen Bindestrich vom weiteren Code abgesetzt.

Nach dem Bindestrich folgt dann die Angabe der Körperregion, die für die Motion entscheidend ist. Diese Angabe erfolgt nur, wenn die Körperregion nicht bereits aus dem Motionstyp ersichtlich ist, und besteht immer aus einem Kleinbuchstaben.

Daran wird unmittelbar der Code für den Typ der Motion angefügt. Dieser beginnt immer mit einem Großbuchstaben und kann somit klar von der Bezeichnung der Körperregion unterschieden werden. Die Typencodes werden bei der Beschreibung der Motionen angegeben und sind dort zu entnehmen.

Nach der Typenbezeichnung folgt wieder ein Bindestrich, falls danach eine optionale Angabe zur Richtung erfolgen soll, in die eine Motion ausgeführt wird. Dabei sind Mehrfachangaben für Mischungen aus den Grundrichtungen möglich. Erfolgen mehrere Bewegungen nacheinander während der selben Motion, werden sie durch einen Punkt getrennt. Außerdem kann angegeben werden, dass eine Motion mit umgekehrter Bewegungsfolge ausgeführt wird. Das ist vor allem für einige komplexe Motionen wie Drums und Crosskeys wichtig.

Werden mehrere Motionen gleichzeitig ausgeführt, so werden sie durch ein Pluszeichen verknüpft. Während die Codefolge für eine Motion ohne Leerzeichen geschrieben wird, werden hier zur deutlichen Trennung aber mit dem Pluszeichen auch Leerzeichen verwendet.

Irish Stepdance, Irish Stepdancing, irischer Stepptanz
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Letzte Änderung: 1. Januar 2007 - © Kunst des Denkens 2003-2007
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