Der Irish Step Dance war ursprünglich eine reine Freizeitbeschäftigung, wobei die Tänzer umringt von ihren Freunden zu ihrem eigenen Vergnügen tanzten. Dieser Tanzstil war nicht für eine Vorstellung vor einem Frontpublikum gedacht und verwendete Raumbewegungen, also Lokomotionen oder Locomotions, traditionell, wenn überhaupt, nur äußerst spärlich. Die gesamte für einen irischen Solotanz, speziell für einen Heavy Dance, notwendige Tanzfläche sollte sich auf die Größe eines Fassdeckels beschränken. Im modernen Wettkampftanz und erst recht im Showtanz werden inzwischen aber teilweise sogar sehr raumgreifende Lokomotionen verwendet, wodurch die gesamte Fläche der Bühne ausgenutzt wird. Der selbstbezogene Charakter des Irish Step Dance hat sich aber trotzdem zumindest im Wettkampftanz erhalten.
Infolge der weitgehenden Abwesenheit oder zumindest unwesentlichen Bedeutung von Lokomotionen im traditionellen irischen Solotanz entwickelte sich auch keine mehr oder weniger allgemein anerkannte Nomenklatur zur Beschreibung von Raumbewegungen. Die meisten hier verwendeten Begriffe sind daher entweder allgemeiner Art oder stammen aus dem Bühnentheater, teilweise auch aus dem Ballett und dem American Tap Dance.
Locomotors oder Lokomotoren sind Motionen und Kombinationen, die eine Raumbewegung bewirken. Dabei gibt es natürliche Lokomotoren, die bereits aufgrund ihrer Grundcharakteristik Raumbewegungen enthalten, sowie hybride Lokomotoren, die an sich keine Veränderung von Ort und Orientierung bewirken, denen aber im konkreten Fall eine Raumbewegung überlagert wird. Das Hinzutreten von Raumbewegungen zu Motionen oder die Veränderung von bereits natürlich inhärenten Raumbewegungen führen allerdings dazu, dass die beteiligten Fuß- und Beinbewegungen in gewissem Umfang modifiziert werden. Demzufolge gibt es bei der Überlagerung von Motionen mit Lokomotionen gewisse technische Einschränkungen, denn nicht jede Fuß- und Beinbewegung kann so modifiziert werden, dass eine bestimmte Raumbewegung erzeugt wird, ohne ihren Charakter zu verlieren. Als Lokomotoren sind speziell Abfolgen aus Steps sowie viele der Sprünge geeignet. Aber auch Drags, Drums und andere Motionen werden als Lokomotoren verwendet. Lokomotoren können entweder Fortbewegungen oder Drehungen im Raum bewirken.
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Letzte Änderung: 1. Januar 2007 - © Kunst des Denkens 2003-2007
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