Zählung

Light Reel 4 4 4 4
Zählung 4 1 2 3
Light Jig 888 888
Zählung (und) und 1 (und) und 2
Hop Jig 8 4 8 4
Zählung und 1 und 2
Slip Jig 8 4 8 4 8 4
Zählung und 1 und 2 und 3
Treble Reel 8888 8888
Zählung und 4 und 1 und 2 und 3
Treble Jig 161616168 816168
Zählung 5 und 6 und 1 2 3 und 4
Hornpipe 88 88 16168 16161616
Zählung und 4 und 1 und e 2 und e 3 e
Treble Slip Jig 161616168 888 816168
Zählung 8 und 9 und 1 2 3 4 5 6 und 7
grundlegendste Zählungsschemata der einzelnen Tänze (Treble Jig, Hornpipe und Treble Slip Jig mit Taktteilen als Beispiele mit unterschiedlicher Schlagverdoppelung)

Die Motionen erfolgen im Irish Step Dance absolut regelmäßig und entsprechen den Taktschlägen des jeweiligen Rhythmus. Daher ist die Zählung der Taktschläge zur Synchronisierung von Tanz und Musik hier besonders wichtig. Entsprechend der Aufteilung des Taktes wird eine Zählung der Taktschläge verwendet, die den Rhythmus der getanzten Elemente so exakt wie möglich sprachlich darstellen kann. Damit lässt sich eine Kombination leichter erfassen und auf den Rhythmus der Musik abbilden. So wird ermöglicht, sich den Ablauf von Motionen durch Zählung rhythmisch, statt nur logisch-sequenziell einzuprägen. Oftmals ist es dabei nützlich, Pausen mitzuzählen oder für längere Motionen, die sich über mehrere Taktschläge erstrecken, auch mehrere Zeiten zu zählen oder anders herum auch Zählzeiten auszulassen. Der Tänzer muss hier selbst entscheiden, wie er die dargestellte Zählung benutzt.
Die Zählung des Tanzrhythmus wird jeweils unabhängig vom Maß, in dem die zugehörige Musik eigentlich geschrieben wird, als Takt mit 2, 3, 4, 6, 8 oder 9 Schlägen angegeben, so dass sie auf den tatsächlich getanzten Rhythmus passt. Variationen zur besseren Abbildung auf den konkreten Rhythmus kann der Tänzer nach eigener Wahl dann leicht selbst vornehmen. So sind bei Takten mit sechs Schlägen neben 1-2-3-4-5-6 auch 1-2-3 / 1-2-3 für zwei Jig-Muster oder 1-2-3-4 / 1-2 für den Mischrhythmus der Slip Jig möglich. Bei Takten mit acht Schlägen kann, bei entsprechender Motionsverteilung, neben dem Durchzählen bis 8 oder zweimal 1-2-3-4 auch 1-2-3 / 1-2-3 / 1-2 gezählt werden. Es darf nur nie vergessen werden, wo die Taktgrenzen liegen, und die Zuordnung der Motionen zu den Taktschlägen der Musik muss immer eindeutig möglich sein. Zu beachten ist noch, dass die hier angegebenen Zählungen nicht immer exakt den Notenwerten der zugehörigen Musik entsprechen, sondern es wird oft aus praktischen Gründen mit anderen Notenlängen gezählt, einmal weil die Notation der Musik nicht immer exakt den tatsächlichen Rhythmus wiedergibt, und zum anderen weil der Tanzrhythmus oftmals die rhythmische Struktur der Musik stark glättet.
Für Vierschlag- oder Achtschlag-Takte können verschiedene Zählungen je nach Tanzgeschwindigkeit verwendet werden. Welche Zählung verwendet wird, hängt davon ab, nach welchem Rhythmus und in welcher Geschwindigkeit tatsächlich getanzt wird, also wieviel Schläge auf einen Takt getanzt werden. Bei einem Reel wird der Zwischenrhythmus als einfache, der Grundrhythmus als doppelte Geschwindigkeit aufgefasst. Light Reels folgen vorwiegend der einfachen, Treble Reels vorwiegend der doppelten Geschwindigkeit und werden auch entsprechend notiert. Die Hornpipe folgt grundsätzlich ebenfalls diesem Schema, wobei ihr Grundrhythmus aber als einfache Geschwindigkeit gewertet wird.
Als Beispiel sind hier jeweils die Zählungen für halbe (h), einfache (s), doppelte (d), vierfache (q) und achtfache (o) beziehungsweise sechzehnfache (x) Geschwindigkeit angegeben, wobei der erste Buchstabe jeweils für den Reel, der zweite für die Hornpipe gilt. Eine Rhythmusverdoppelung wird bei der Zählung jeweils durch Einfügung einer weiteren Silbe pro Schlag angezeigt.

4/4 4 4 4 4
(s/h) 1 2 3 4
4/4 8 8 8 8 8 8 8 8
(d/s) 1 und 2 und 3 und 4 und
4/4 16 16 16 16 16 16 16 16 usw.
(q/d) 1 e und e 2 e und e usw. bis 4 …
4/4 32 32 32 32 32 32 32 32 usw.
(o/q) 1 da e da und da e da usw. bis 4 …
4/4 64 64 64 64 64 64 64 64 usw.
(x/o) 1 di da di e di da di usw. bis 4 …

Die Synkopierung des Rhythmus der Hornpipe wird bei der Zählung zur Vereinfachung ignoriert. Die Kombinationen des Light Reel beginnen im Auftakt des Zwischenrhythmus auf Schlag 4, eine Kombination über einen Takt wird also 4-1-2-3 gezählt. Treble Reel und Hornpipe beginnen im dreifachen Auftakt des Grundrhythmus auf Schlag 6, so dass Kombinationen über einen Takt Länge als und-4-und-1-und-2-und-3 gezählt werden.
Im Prinzip kann die Schlagfrequenz auch bei Dreischlag-, Sechsschlag- und Neunschlag-Takten halbiert und verdoppelt und so die Zählung der Tanzgeschwindigkeit verschieden schneller Kombinationen angepasst werden, wobei aber die Akzentuierung der Taktschläge oft nicht reproduziert wird. Dabei wird zwischen Zweiergruppen und Dreiergruppen von Taktschlägen unterschieden.
Enthält eine Kombination Motionen, die sich problemlos auf drei Zweiergruppen von Taktschlägen verteilen lassen, kann die direkte Taktschlagverdopplung in der Zählung verwendet werden, hier für die Slip Jig bis zu vierfacher Geschwindigkeit dargestellt.

9/8 4. 4. 4.
(h) 1 2 3
9/8 4 8 4 8 4 8
(s) 1 und 2 und 3 und
9/8 8 16 8 16 8 16 8 16 8 16 8 16
(d) 1 e und e 2 e und e 3 e und e
9/8 16 32 16 32 16 32 16 32 usw.
(q) 1 da e da und da e da usw. bis 3 …

Dieses Zählschema wird vor allem für Hop Jigs und Slip Jigs benutzt, auch wenn es prinzipiell auch auf die Jig anwendbar ist. Dabei setzt man den Oberrhythmus der Musik selbst als halbe und den Zwischenrhythmus als einfache Geschwindigkeit an, obwohl das von den Notenlängen her in Bezug auf den Grundrhythmus nicht ganz korrekt ist. Die unterschiedliche Wichtung der Schläge im Zwischenrhythmus wird bei der Zählung wiederum ignoriert. Auch die Kombinationen der Hop Jig und Slip Jig beginnen im Auftakt des Zwischenrhythmus, werden also und-1-und-2 für die Hop Jig sowie und-1-und-2-und-3 für die Slip Jig gezählt.
Folgen die getanzten Motionen eher Jig-Mustern in zwei oder drei Dreiergruppen, nimmt die Zählung bei Verdopplung der Taktschlagfrequenz die Form einer Verdreifachung des einzelnen Taktschlages bei Reduzierung der langen Taktschläge von drei auf zwei an. Dabei wird der erste Nebenschlag oftmals nur stumm gezählt, um den Rhythmus auch intuitiv korrekt darzustellen. Die weitere Verdoppelung erfolgt dann aber wieder regulär. Die folgenden Angaben beziehen sich auf die Jig und sind für die Slip Jig analog.

6/8 4. 4. | 4. 4.
(h) 1 2 | 3 4
6/8 8 8 8 8 8 8
(s) 1 (und) und 2 (und) und
6/8 16 16 16 16 16 16 usw.
(d) 1 e (und) (e) und e usw. bis 2 oder 4 …
6/8 32 32 32 32 32 32 32 32 32 32 32 32 usw.
(d) 1 da e da (und) (da) (e) (da) und da e da usw. bis 2 oder 4 …

Dieses Zählschema wird vor allem bei Jigs, teilweise aber auch bei Slip Jigs verwendet. Es ist wiederum von den Notenwerten her nicht völlig korrekt. Wie bei Reels folgen Light Jigs vorwiegend der einfachen, Treble Jigs eher der doppelten Geschwindigkeit. Hierbei wird im doppelten Auftakt des Grundrhythmus begonnen, so dass sich für die Jig 5-6-1-2-3-4 und für die Slip Jig 8-9-1-2-3-4-5-6-7 ergeben.
Bei den folgenden Beschreibungen wird zu jeder Kombination gesagt, wieviele Takte sie bei Normalgeschwindigkeit benötigt. Der Begriff der Normalgeschwindigkeit bedeutet hierbei die üblicherweise für einen Tanz verwendete Grundgeschwindigkeit. Ein Tänzer kann jedoch entscheiden, einen Tanz oder auch nur einzelne Kombinationen mit geringerer oder höherer Geschwindigkeit zu tanzen.
In der traditionellen Notation und Zählweise wird sehr nachlässig mit der Rhythmik umgegangen, ein allgemeines Problem im Tanz. Pausen und Auftakte werden oftmals unterschlagen oder verwischt, so dass es kaum möglich ist, die Kombinationen aus der Beschreibung heraus korrekt nachzuvollziehen, wenn man nicht ohnehin schon weiß, wie es geht. Dem soll hier durch eine exakte Rhythmuszählung abgeholfen werden. Deshalb werden auch zu allen Kombinationen die exakten Rhythmus-Notenbilder angegeben, auch wenn dies ständige Wiederholungen bedeutet, so dass es nun auch kein Geheimnis mehr ist, beispielsweise auf welche Schläge im Vierschlag-Takt eine Kombination aus drei Motionen zu tanzen ist.

Irish Dance, Irish Dancing, Irischer Tanz
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Letzte Änderung: 1. Januar 2007 - © Kunst des Denkens 2003-2007
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