Stilistik

Der Irish Step Dance besteht einerseits aus Light Dances mit weichen Schuhen - Light Shoes oder Soft Shoes, speziell für Frauen Ghillies und für Männer Reel Shoes, andererseits aus Heavy Dances mit Schuhen mit harten Sohlen - Heavy Shoes, Hard Shoes, Hornpipe Shoes oder Jig Shoes. Nur letztere stellen Stepptanz im engeren Sinne, also Tanz mit hörbaren Fußbewegungen, dar, während Light Dances eher dem Ballett entsprechen. Dies ist auch in der Sprechweise ein wesentlicher Unterschied zum American Tap Dance, denn im Gegensatz zu irischen Light Dances, die auch Soft Shoe Dances genannt werden, sind amerikanische Soft Shoe Dances ebenfalls Stepptänze mit hörbaren Fußbewegungen, nur werden die Klänge dort durch starkes Stampfen mittels bodennaher Motionen erzeugt, die im Irish Step Dance überhaupt nicht vorkommen. Amerikanische und irische Soft Shoe Dances haben also nicht das Geringste miteinander zu tun, weshalb für die irischen zur Unterscheidung von den amerikanischen Tänzen die Bezeichnung Light Dances vorgzuziehen ist.
Die Heavy Dances weisen eine enge Verwandtschaft zum englischen Clog Dance auf. Der Clog Dance folgt der gleichen Rhythmik und Technik, beinhaltet aber weniger Hops, dafür mehr Brushes, Brush Steps und Shuffles. Dadurch wird er näher am Boden getanzt, als der irische Heavy Dance. Zudem ist die Körperhaltung wesentlich weniger streng. Auch zum schottischen Tanz gibt es enge Verwandtschaftsbeziehungen. Jedoch enthalten schottische Tänze mehr Sprünge und Bewegungen in der Luft, wodurch sie wesentlich weniger Steppcharakter tragen. Außerdem lassen sie auch Seitwärtsbewegungen der Füße zu, im Gegensatz zur typisch irischen Fußstellung. Die irischen Heavy Dances werden auch Hard Shoe Dances genannt. Die stilistischen Unterschiede zum amerikanischen Hard Shoe Dance sind jedoch beträchlich, so dass die Bezeichnung Heavy Dances vorzuziehen ist.
Die irischen Group Dances entsprechen anderen europäischen Volkstänzen, auch wenn sie eine ganz eigene Charakteristik haben. Eine gewisse Verwandtschaft zur französischen Quadrille und zum amerikanischen Square Dance ist vor allem bei den Social Set Dances aufgrund ähnlicher Wurzeln nicht zu leugnen, jedoch ist die Stilistik der Céilí Dances und auch der von einem bestimmten Zweig irischer Traditionalisten abgelehnten Social Set Dances typisch irisch, sowohl was die Schritte, als auch was die Körperhaltung betrifft.

Rhythmik

Der irische Tanzstil ist durch eine absolut gleichmäßige Tanzrhythmik gekennzeichnet, die exakt dem Rhythmus der Musik folgt. Das gilt auch und vor allem für die Heavy Dances, bei denen im Gegensatz zum American Tap Dance keine Multiplikation erfolgt. Es gibt also keine Offbeats, keine zusätzlich zwischen die Taktschläge eingefügten Motionen. Zwar können einzelne Kombinationen mit halber oder umgekehrt mit doppelter Geschwindigkeit erfolgen, aber das bedeutet nur eine Halbierung beziehungsweise Verdoppelung des Tanztempos, ohne dass der gleichmäßige Grundrhythmus durchbrochen wird. Auch die ebenfalls typisch amerikanische Synkopierung, also eine Verzerrung der Schlagabfolge oder ein Shading, die Verschiebung der Akzentuierung des Taktes vor oder hinter die Taktschläge des Grundrhythmus, wird beim Irish Step Dance strikt vermieden. Selbst die Synkopierung der Musik, die ein wesentliches Merkmal irischer Rhythmen ist, wird manchen Fällen im Tanz eingeebnet.
Im Irish Dancing werden die teilweise sehr stark strukturierten Rhythmen der irischen Musik in einfache Vierschlag- oder Sechsschlag-Takte verwandelt, so dass die rhythmische Struktur der Tänze weit weniger komplex ist, als die der Musik. Bei Heavy Dances, wo die Tänzer durch den Klang der Taps wesentlich zur Musik beitragen, erfolgen Variationen im Klang bei absolut regelmäßigem Rhythmus ausschließlich durch andere Schrittabfolgen und durch Pausen. Neben den Pausen sind es vor allem die irischen Heavy Shoes, die den Klang des irischen Stepptanzes interessant und abwechslungsreich machen.
Die absolut gleichmäßige Rhythmik des irischen Tanzes stellt natürlich besondere Anforderungen an die begleitende Musik. Ein Musiker, der für Irish Dancers spielt, muss einmal in der Lage sein, den Rhythmus erkennbar und nachvollziehbar zu betonen, aber vor allem das anfangs eingeschlagene Tempo exakt zu halten - oft über einen gesamten Tanzabend hin. Ohne moderne technische Hilfsmittel ist das schon eine besondere Kunst. Das gilt um so mehr, wenn man bedenkt, dass viele Irish-Folk-Musiker auf Sessions spielen, wo es üblich ist, das Tempo stetig zu steigern. Ein guter Session-Musiker ist also nicht notwendig auch ein guter Dancing-Musiker.

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Letzte Änderung: 1. Januar 2007 - © Kunst des Denkens 2003-2007
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