Step Dances

Step Dances bestehen aus einzelnen Steps oder freien Schrittfolgen. Das sind jeweils Schrittfolgen, die über 16 Takte reichen. Ein solcher Full Step besteht oft, aber nicht zwingend, aus zwei identischen Half Steps, die aber jeweils gespiegelt mit dem anderen Bein getanzt werden. Es gibt auch Half Steps, die nur acht Takte lang sind, aber trotzdem eigenständig getanzt werden. Die Kombinationen eines Steps folgen einem einheitlichen Stil. Der Wechsel zwischen den Steps stellt jeweils einen merklichen Stilwechsel dar. Den Steps des Tanzes entsprechen jeweils Phrasen der Musik, die bei vielen irischen Musikstücken ebenfalls genau diesem Muster von Abschnitten aus acht oder 16 Takten folgen.
Bei den wettkampfmäßig getanzten Step Dances bestehen Treble Jig sowie Light und Treble Reel jeweils aus drei Full Steps und umfassen damit 48 Takte. Light Jigs sowie Hop Jigs können mehr als drei Steps besitzen. Slip Jigs und Hornpipes verfügen dagegen nur über 2½ Steps, der dritte Step wird also nur als Half Step auf einem Bein getanzt und wird nicht auf dem anderen Bein wiederholt. In niedrigeren Leistungsklassen werden inzwischen meist nur noch zwei Steps bei allen Tänzen getanzt.
Während des Vorspiels der Musik, dem Prelude, steht der Tänzer zu Beginn gewöhnlich in Grundstellung im Ballenstand, rechter Fuß vorn, linker Fuß hinten. Dies kann während der ersten Takte des Vorspiels der Musik noch variiert werden. Meist wird dabei der vordere rechte Fuß nach vorn gestreckt, so dass nur noch die Fußspitze den Boden berührt.
Der Tanz beginnt mit dem Lead Out, dem ersten Step, der den Tanz eröffnet. Es besteht im einfachsten Fall aus einer einzigen kurzen Kombination, die mehrfach wiederholt wird. Erfolgt dabei eine Bewegung im Kreis oder eine Drehung, so dass die Zuschauer den Tänzer von jeder Seite zu sehen bekommen, wird dies als Lead Around bezeichnet. Wird statt dessen eine Vorwärts-Rückwärts-Bewegung ausgeführt, handelt es sich um ein Lead Up. Die Light Dances werden meist mit einem Lead Around begonnen. Bei den Heavy Dances, speziell beim Treble Reel, wird statt dessen oft ein Lead Up getanzt. Das eigentliche Lead Out ist meist nur acht Takte lang, also ein Half Step. Zur Komplettierung des Steps wird als zweiter Half Step dann eine Kombination mit Seitwärtsbewegung oder mit Orientierung in Diagonal- oder Seitrichtung getanzt, die als Side Step bezeichnet wird. Lead Out und Side Step können aber auch beide Full Steps sein.
Nach der Einleitung aus Lead Out und eventuell Side Step folgen der First Step und danach der Second Step, sowie gegebenenfalls weitere Steps. Wiederholt der letzte der Steps als Abschluss des Tanzes das Lead Out, eventuell etwas variiert, wird dies auch Lead Back genannt. Dabei wird oft wieder eine Drehung ausgeführt, um sich nochmal von allen Seiten zu zeigen. Früher war es in bestimmten Gegenden und vor allem beim Light Reel außerdem üblich, dass die einzelnen Steps durch Überleitungen getrennt wurden. Solch ein Lead Over war meist identisch zum Lead Out. Zur Zeitersparnis bei den Wettbewerben wurde diese Tradition jedoch im modernen Wettkampftanz schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgegeben. Aus gleichem Grund wird seit dem Ende des 20. Jahrhunderts auch immer häufiger auf das Lead Back verzichtet.
Beim Wettkampftanz erfolgt als Verabschiedung zum Abschluss des Tanzes das Finish. Dazu wird der Frontfuß wieder nach vorn gestreckt, als ob der Tanz neu begonnen werden soll. Dann erfolgt eine Verbeugung in Richtung Wertungsrichter oder Publikum in der Hüfte, Kopf erhoben und Gesicht nach vorn, Arme weiterhin an der Seite. Nach einer Drehung zu den Musikern erfolgt eine weitere Verbeugung. Dann steht man wieder gerade nach vorn, macht eine exakte Drehung nach links und verlässt die Bühne, die Arme weiterhin gerade am Körper, die Füße beim Gehen nach vorn gestreckt und im 45°-Winkel voreinander setzend.
Die für die Steps verwendeten Kombinationen sind von Schule zu Schule verschieden und können im Rahmen des irischen Stils auch beliebig gestaltet werden. Es gibt eine Reihe traditioneller Kombinationen, die allgemein gelehrt und verwendet werden, die wirkliche Fülle von Kombinationsmöglichkeiten ist aber kaum überschaubar. Die Variationsmöglichkeiten sind hierbei riesig, was von den Tänzern gern ausgenutzt wird und den großen Abwechslungsreichtum des Step Dancing - bei beschränkter Stilform - ausmacht. Einzig die Grundform der Light Jig wird, mit geringen Variationen, an allen Schulen fast gleich gelehrt, kann aber ebenfalls beliebig ausgestaltet werden.
Step Dances können zu beliebigen Musikstücken eines bestimmten Typs getanzt werden. Die einzige Voraussetzung ist, dass sich die Phrasierung der Musik an das Sechzehnerschema hält. Sie sind damit universell einsetzbar und können durch andere Zusammenstellung bekannter Steps auch beliebig variiert oder durch Anfügen weiterer Steps beliebig verlängert werden.

Reel

Light Reels werden in Light Shoes, also Ghillies oder Reel Shoes, getanzt. Bei niedriger Geschwindigkeit wird dazu oft ein Single Reel, ansonsten ein Double Reel gespielt. Für Treble, Heavy oder Hard Reels, die in Heavy Shoes getanzt werden, werden ausschließlich Double Reels verwendet, denn Treble Reels werden zu großen Teilen mit doppelter Geschwindigkeit, also im 8/8-Grundrhythmus, getanzt. Standardgeschwindigkeit für Reels ist 113 bpm, also Metronomschläge (Beats) pro Minute, wobei ein Metronomschlag einem Halbtakt aus vier Grundschlägen, also einem Taktschlag im Oberrhythmus entspricht. Light Reels, die zwischen 48 und 68 Takte pro Minute oder 96 bis 136 bpm aufweisen, wirken schwebend und leicht, auch wenn oder gerade weil sie recht schnell und dynamisch sind. Treble Reels weisen dagegen eher Marschelemente auf und wirken teilweise steif und militärisch exakt, was ihren ganz besonderen Reiz ausmacht. Dazu wird meist eine langsamere Musik gewählt, da sie die doppelte Anzahl von Motionen pro Takt enthalten, also schwieriger zu tanzen sind. Ein Treble Reel mit 128 bpm, also mit 128 Halb-Takten und damit 512 Schlägen pro Minute, ist schon außerordentlich schnell.

Jig

Double Jigs werden ähnlich wie Double Reels als Light Jig in Light Shoes, also Ghillies oder Reel Shoes, oder als Treble, Heavy oder Hard Jig in Heavy Shoes getanzt. Die Single Jig stellt im Gegensatz zum Single Reel einen eigenständigen Tanz dar. Als Tanz wird sie oft Hop Jig oder auch Soft Jig genannt und wird nur in Light Shoes getanzt. Auch für Jigs beträgt die Standardgeschwindigkeit 113 bpm, also um 57 Takte pro Minute, wobei ein Metronomschlag wieder einem Halbtakt, also auch hier einem Taktschlag im Oberrhythmus, entspricht, der aber diesmal nur aus drei Grundschlägen besteht. Einfachere Light und Hop Jigs werden etwas schneller getanzt, kompliziertere eventuell etwas langsamer. Während Hop Jigs vorwiegend zum Zwischenrhythmus, also mit vier Schlägen pro Takt und damit bei gleicher Frequenz genauso schnell wie Light Reels getanzt werden, werden Light Jigs vorwiegend zum Grundrhythmus mit sechs Schlägen pro Takt getanzt, auch wenn nicht auf jeden Schlag betonte Motionen erfolgen. Dadurch ist die Light Jig bei gleicher Frequenz um die Hälfte schneller als der Light Reel. Neben diesen klassische Light-Jig-Kombinationen mit sechs Motionen können jedoch, wie bei Hop Jigs, wegen des überlagerten Zwischenrhythmus auch zur Light Jig die etwas langsameren Light-Reel-Kombinationen mit nur vier Motionen getanzt werden. Zwischen diesen Varianten kann auch sehr effektvoll gewechselt werden, wobei aber nicht der Geschwindigkeitswechsel, sondern der gleichzeitige Rhythmuswechsel zwischen sechs und vier Schlägen pro Takt die Hauptschwierigkeit darstellt.
Für die Treble Jig wird eine geringere Taktfrequenz als für die Light Jig verwendet. Sie wird meist bei etwa 46 Takten pro Minute oder darunter, also mit einer Geschwindigkeit von bis zu 92 bpm getanzt. Das entspricht im Zwischenrhythmus 184 und im Grundrhythmus 276 Schlägen pro Minute. Jedoch werden dabei viele Motionen mit doppelter Geschwindigkeit getanzt, so dass sich maximal sogar kurzzeitig 552 Schläge pro Minute ergeben. In einfacheren Treble Jigs kommt das allerdings nur sporadisch vor, und schwierigere Treble Jigs werden bei erheblich geringeren Taktfrequenzen getanzt, wodurch die Durchschnittsgeschwindigkeit meist erheblich darunter liegt.

Slip Jig

Die Slip Jig ist eine Abart der Jig, die im Gegensatz zu den anderen irischen Tänzen traditionell ausschließlich von Frauen getanzt wird, obwohl diese Regel neuerdings auch durchbrochen wird. Dazu werden gewöhnlich Light Shoes, also Ghillies oder Reel Shoes, getragen, wobei das Tempo wiederum im Mittel 113 bpm beträgt. Da jedoch ein Metronomschlag einem Dritteltakt aus drei Grundschlägen und damit wiederum einem Schlag des Oberrhythmus entspricht, ist dieses Tempo mit knapp 38 Takten pro Minute scheinbar merklich geringer als bei Light Reel oder Light Jig, obwohl die Slip Jig recht flott wirkt, da die Takte eben entsprechend länger sind. Die Tanzschritte folgen allerdings nicht so sehr dem Grundrhythmus mit neun Schlägen, sondern eher dem Zwischenrhythmus mit sechs Schlägen. Es können daher einerseits sowohl Kombinationen, wie sie bei der Hop Jig verwendet werden, aber um eine Teilkombination verlängert, als auch Kombinationen ähnlicher wie bei der Light Jig, jedoch mit veränderter Rhythmisierung, getanzt werden, andererseits aber auch spezielle Slip-Jig-Kombinationen mit bis zu neun Einzelmotionen im Takt. Die Schritte der Slip Jig sollen graziös und schwebend wirken. In letzter Zeit findet aber auch ein kräftigerer Stil Anklang, der zunehmend auch von Männern getanzt wird. Auf dieser Basis hat sich inzwischen auch eine Variante der Slip Jig entwickelt, die in Heavy Shoes getanzt wird. Im Wettkampftanz wird dies jedoch nicht akzeptiert.

Hornpipe

Rhythmisch gesehen entspricht die Hornpipe fast der Single Jig. Sie ist praktisch die Heavy-Shoe-Variante der ausschließlich mit Light Shoes getanzten Hop Jig, denn Hornpipes werden ihrerseits ausschließlich in Heavy Shoes getanzt. Es erfolgen standardmäßig wieder 113 bpm, wobei hier ein Beat jedoch einem Schlag des Zwischenrhythmus entspricht, womit sich vier Beats pro Takt ergeben, im Gegensatz zu den zwei Beats beim Reel. Damit weden im Grundrhythmus acht Schläge pro Takt getanzt, die jedoch ähnlich wie bei Treble Jigs um so häufiger verdoppelt werden, je anspruchsvoller die Hornpipe ist. Damit ergeben sich maximal 16 Schläge pro Takt, was zwar scheinbar doppelt so viel ist, wie im Treble Reel, aber wegen der gleichzeitigen Verdoppelung der Schlagzählung exakt die gleiche Tanzgeschwindigkeit ergibt, wenn auch mit anderer Rhythmisierung. Einfachere Hornpipes mit nur sporadischer Schlagverdoppelung werden erheblich schneller mit bis zu 140 bpm getanzt. Dadurch ist dann das Grundtempo der Musik einfacher Hornpipes zwar zügig, sie werden aber mit bis zu 280 Schlägen pro Minute recht langsam getanzt, obwohl die Musik im Vergleich zu schwierigeren Hornpipes erheblich schneller ist. Die geringere Grundgeschwindigkeit mit nur teilweiser Schlagverdopplung erlaubt es, in der Hornpipe rhythmisch wesentlich kompliziertere Schritte auszuführen, als beim Treble Reel, wobei der getanzte Rhythmus akzentuierter und abwechslungsreicher ist.

Irish Dance, Irish Dancing, Irischer Tanz
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Letzte Änderung: 1. Januar 2007 - © Kunst des Denkens 2003-2007
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