Irish Dancing in seiner organisierten Form ist keine Alltagskultur, sondern Leistungssport, teilweise sogar sehr harter Hochleistungssport. Dreh- und Angelpunkt des Systems sind daher die Wettbewerbe, bei denen die Schüler zum Ruhm ihrer Tanzlehrer auf Medaillen-, Preis- und Titeljagd gehen.
Festivals mit Wettbewerben im Irish Dancing werden Feis [feí] (Plural: feiseanna ['feíÉn:É]) genannt. Der erste Wettbewerb für einen Tanzschüler ist oft das Class Feis, ein Wettbewerb ausschließlich zwischen Schülern innerhalb einer Tanzschule und ohne offizielle Wertungsrichter. Solche Wettbewerbe, zu denen die Eltern der jugendlichen Tanzschüler eingeladen werden, werden von größeren Schulen meist vor Weihnachten oder vor den Sommerferien veranstaltet. Dabei können die neuen Schüler erste Erfahrungen sammeln, wie so ein Wettbewerb allgemein abläuft. Und auch die Schüler in höheren Leistungsklassen können ausprobieren, wie ihre für die Wettbewerbssaison vorbereiteten Tänze wirken.
Ein richtiges Feis ist das Class Feis aber eigentlich nicht, denn bei einem richtigen Feis erfolgen neben Wettkämpfen im Solo, Figure und Céilí Dancing oft auch gleichzeitig Handwerks-, Musik-, Gesangs- und irische Sprachwettbewerbe. Ein reiner Tanzwettbewerb heißt eigentlich Feile ['felÉ]. Trotzdem werden inzwischen aber auch fast alle reinen irischen Tanzwettbewerbe als Feiseanna bezeichnet. Größere Meisterschaften, in denen es nicht nur um Siege und Platzierungen, sondern auch um Meistertitel geht, werden Oireachtas [o'róktÉs] (Plural: Oireachtasai [o'róktÉsÉ]) genannt.
Die von An Coimisiún und den ihr angeschlossenen Organisationen durchgeführten Wettbewerbe sind reine Sportveranstaltungen und laufen dementsprechend technisch, kühl und nüchtern ab. Die Ankündigung eines Wettbewerbes erfolgt durch einen Feis Syllabus. Das ist eine Auflistung aller geplanten Wettbewerbe nach Alter, Geschlecht und Leistungsklasse, sowie die Angabe der Regeln, der Gebühren und der Anmeldungsadresse. Teilnehmen darf nur, wer von einer Schule entsandt wird, die von einem offiziell bei An Coimisiún registrierten Tanzlehrer mit T.C.R.G. geleitet wird. Wer den Tanzlehrer wechselt, wird mit einer sechsmonatigen Sperre belegt, während der er an keinem Tanzwettbewerb teilnehmen darf. Für Gruppen, die nur an Wettbewerben in Céilí Dances teilnehmen wollen, genügt ein Tanzlehrer für Céilí Dances mit T.M.R.F.. Die Bewertung erfolgt durch Wertungsrichter, die ebenfalls bei An Coimisiún als A.D.C.R.G. registriert sein müssen. Besucht ein Tänzer einen Workshop bei einem als Wertungsrichter tätigen Tanzlehrer, darf er zwei Jahre danach an keinem Wettbewerb teilnehmen, bei dem dieser als Wertungsrichter fungiert.
Einfache Tanzwettbewerbe oder Competitions sind in bestimmte Leistungsklassen unterteilt, in denen die Tänzer durch Siege aufsteigen können. Ein Sieger darf seinen Tanz danach nicht mehr bei einem Wettbewerb tanzen, sondern muss eine neue Choreografie zeigen. An Preiswettbewerben oder Trophy Competitions dürfen Beginner nicht teilnehmen. Dazu sind Primary oder Intermediate Level erforderlich. Nur Tänzer im Open Level können sich an Meisterschaften oder Championships beteiligen. Allgemein sind zu den Meisterschaften nur Amateure, keine Tanzlehrer oder andere Berufstänzer zugelassen. Jedoch wird jeder sofort wieder als Amateur anerkannt, wenn er eine Berufspause einlegt oder seine Berufstanzkarriere, beispielsweise bei einer Show, beendet.
Regionalmeisterschaften oder Regional Championships finden jedes Jahr in den irischen Provinzen Ulster, Munster, Leinster und Connacht, sowie in den Regionen in England, den USA und anderen Ländern statt. Die Teilnehmer tanzen je einen Light Dance, einen Heavy Dance und je nach Altersklasse ein oder zwei Open Set Dances. Die Bewertung bei Regionalmeisterschaften erfolgt durch drei Wertungsrichter. Etwa einer von zehn Teilnehmnern qualifiziert sich für die Weltmeisterschaften.
Die großen Landesmeisterschaften oder National Championships, sind die All Ireland Championships, All England Championships, North America Championships, All Australia Championships, All Canada Championships und die National Championships New Zealand. Hier erfolgt die Bewertung der Tänzer durch drei bis fünf Wertungsrichter. Die Landesmeisterschaften sind direkte Qualifikationswettbewerbe für die Weltmeisterschaften. Die jedes Jahr gewöhnlich über Ostern ausgetragene Weltmeisterschaft oder World Championship, irisch Oireachtas Rince na Cruinne [o'róktÉs 'riñkÉ na 'krinÉ] findet fast immer in Irland statt. Die Qualifikation erfolgt stufenweise über die Regional und National Championships. Die Bewertung der Tänzer bei den Weltmeisterschaften erfolgt allgemein durch fünf oder sieben Wertungsrichter.
An Comhdháil betreibt prinzipiell ein sehr ähnliches System, wobei die Unterschiede nur sehr peripherer Natur sind oder auf der schwächeren Organisationsstärke beruhen. Die höchsten von An Comhdháil ausgerichteten Meisterschaften waren bis 2003 die All Ireland Championships, die seit 2004 All Ireland & International Dancing Championships heißen. Damit hat auch An Comhdháil nun einen weltweiten Vertretungsanspruch für das Irish Dancing. Die nächst tiefere Ebene sind wie bei An Coimisiún die Regional Championships wie besipielsweise die Ulster Championships.
Die wesentlich kleinere C.R.N. veranstaltet die ebenfalls als Weltmeisterschaften deklarierten Open Irish Championships, bei denen im Gegensatz zu den anderen Weltmeisterschaften jeder qualifizierte Tänzer teilnehmen kann, unabhängig von der Organisation, zu der er gehört. Im Allgemeinen nehmen die Tänzer der großen Organisationen dieses Angebot jedoch nicht an, da sie dann mit Sanktionen ihrer eigenen Tanzorganisation rechnen müssten. Eine weitere Besonderheit der C.R.N.-Wettbewerbe ist es, dass diese Meisterschaften in fünf Schwierigkeitsstufen abgehalten werden, so dass es bei der C.R.N. sogar Anfänger-Weltmeister gibt.
Auch im Set Dancing gibt es inzwischen viele Wettbewerbe, die entweder frei organisiert oder von An Comhaltas oder anderen kleineren Organisationen ausgerichtet werden, oder von Organisationen, die Irish Dancing nur als Nebenbeschäftigung betreiben. Hier existieren aber keine festgefügten Strukturen und Regeln, so dass es vom Veranstalter abhängt, wer eingeladen wird und wie der Wettbewerb abläuft.
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Letzte Änderung: 1. Januar 2007 - © Kunst des Denkens 2003-2007
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