Bewertung

Die Bewertung der Tänzer erfolgt in normalen Wettbewerben seit dem frühen 20. Jahrhundert durch ein einheitliches Punktesystem, wobei ein Maximum von 100 Punkten möglich ist. Dabei gehen bei Solo Dances Rhythmustreue (Timing), Komplexität der Choreografie (Complexity), technische Ausführung (Execution and Presentation) sowie Haltung und Austrahlung (Deportment and Style) jeweils mit 25% in die Gesamtbewertung ein. Bei Figure und Céilí Dances werden Rhythmustreue (Timing) und technische Ausführung der Figuren (Figures) mit jeweils 30%, der Gesamteindruck (General Effect) mit 40% gewichtet.
Vom Beginner Level bis zum Prizewinner Level gibt es normalerweise nur einen Wertungsrichter. Damit sind subjektive Bewertungen der Tänzer bereits vorprogrammiert. Beschwerden gegen Entscheidungen sind meist schriftlich vorzubringen, was für Kinder ziemlich schwierig ist, und sind oft auch kostenpflichtig. Bei den Championship Levels werden meist mehrere Wertungsrichter als Jury eingesetzt, ohne dass sich die Bewertungspraxis prinzipiell ändert.
Bei Solo Dances tanzen meist zwei oder drei Tänzer gemeinsam, ohne jedoch etwas miteinander zu tun zu haben. Da der Wertungsrichter seine Aufmerksamkeit teilen muss, wiederholten die Tänzer im 20. Jahrhundert gegebenenfalls ihre Steps, bis der Wertungsrichter durch Läuten einer Glocke anzeigte, dass seine Bewertung nun komplett sei. In neuerer Zeit wird aus Zeitgründen zunehmend auf diese Praxis verzichtet und die Tänzer tanzen ihren Tanz einfach einmal durch. Dadurch wird die Bewertung der Tänzer zunehmend auf oberflächlich subjektive Eindrücke reduziert, jedoch bedeutet es für die immer größer werdenden Wettbewerbe eine erhebliche Zeiteinsparung. Bestanden Wettbewerbstänze bis Anfang des 21. Jahrhunderts meist aus drei oder zweieinhalb Steps, werden seitdem aus gleichem Grunde fast ausschließlich nur noch 32 Takte, also 2 Steps pro Tanz, gezeigt.
Bei Meisterschaften treten meist zuerst alle Teilnehmer einer Altersklasse in einem speziellen Tanz gegeneinander an. Die Wertungsrichter wählen aus, wer zur zweiten Runde aufgerufen wird - 1. Aufruf. In dieser muss wiederum ein festgelegter Tanz gezeigt werden, woraufhin wiederum entschieden wird, wer den Wettbewerb verlassen muss. Die verbliebenen Tänzer werden zur dritten Runde gerufen - 2. Aufruf -, in der sie oft einen Tanz ihrer Wahl zeigen können. Bei geringer Teilnehmerzahl wird auch darauf verzichtet, Teilnehmer bereits vorfristig ausscheiden zu lassen. Die Platzierung ergibt sich aus allen drei Runden. Hierbei wird ein anderes Verfahren der Bewertung verwendet. Die Bewertung erfolgt ausschließlich relativ. Der Beste bekommt 100 Punkte, der Zweite 75, der Dritte 65, der Vierte 60, der Fünfte 56, der Sechste 53, der Siebte 51 und von da ab jeder weitere einen Punkt weniger. Die Punkte aller Wertungsrichter für einen Teilnehmer werden addiert. Die Gesamtzahl der Punkte entscheidet über die Platzierung.

Irish Dance, Irish Dancing, Irischer Tanz
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Letzte Änderung: 1. Januar 2007 - © Kunst des Denkens 2003-2007
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