| Grundlagen |
Irish Dancing ist eine sehr reichhaltige Variante des Tanzes, die von ballettartigen, zauberhaft leichten Tänzen über harten Stepptanz bis zu Gesellschaftstänzen reicht. Trotz dieser Vielfalt ist das Irish Dancing jedoch eine stilistische Einheit, auch wenn die verschiedenen irischen Tanzorganisationen dies aus politischen Gründen teilweise bestreiten.
Der irische Solotanz, Solo Dance oder Rince Aonair, wie er auf Irisch heißt, wird auch als Irish Step Dance bezeichnet. Dazu soll hier auch gleich zu Anfang mit einem weitverbreiteten Irrtum aufgeräumt werden. Interessant ist nämlich, dass dieser Name nichts mit der als Step (Schritt) bezeichneten Stepptanz-Motion zu tun hat, sondern von den über 8 Takte reichenden Schrittfolgen, die ebenfalls Steps genannt werden, herrührt. Entsprechend falsch ist es daher eigentlich, Irish Step Dance als irischen Stepptanz zu übersetzen, denn gerade die Light Dances entsprechen eher dem klassischen Ballett als dem Stepptanz. Daher wird hier auch der englische Begriff Irish Step Dance oder Solo Dance verwendet, der die Gesamtheit des irischen Solotanzes bezeichnet. Die irische Variante des eigentlichen Stepptanzes, der Heavy Dance, hat besonders in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts durch die großen Shows wie "Riverdance" und "Lord of the Dance" weltweite Beachtung erfahren. Aber auch diese Shows verbinden Heavy und Light Dances und bieten so die gesamte Palette des Irish Step Dance dar. Nicht zuletzt basieren beide Varianten auf den gleichen Techniken, auch wenn sie auf den ersten Blick sehr verschieden sind. Was in den großen Shows nicht so sehr ins Auge fällt, obwohl es durchaus präsent ist, sind die Gruppentänze oder Group Dances, die genauso zum Irish Dancing gehören wie die Solotänze. Auch wenn der Schwerpunkt hier ein anderer ist, so sind doch auch hier die Grundschritte und -rhythmen die selben. Jedoch kommt in den Gruppentänzen zur Bewegung der Beine, speziell der Füße, die die Solotänze prägt, noch die Bewegung im Raum und die Darstellung von Figuren aus mehreren Tänzern und Tanzpaaren hinzu beziehungsweise tritt sogar in den Vordergrund. Irish Dancing ist ursprünglich eine Kulturform zum Machen und Mitmachen, nicht so sehr zum Zuschauen. Daher steht eher der Spaß an der Bewegung im Vordergrund, während die Darstellung von Gefühlen und Geschichten dahinter zurück tritt. In neuerer Zeit hat sich jedoch eine irische Showtanzkultur entwickelt, bei der gerade der darstellerische Aspekt betont wird, wozu die Einführung neuer stilistischer Elemente notwendig wurde. Dadurch wird beim Showtanz oder Show Dance die Grenze zu anderen Tanzstilen fließend. Da die Faszination des irischen Tanzes auch auf der Showbühne jedoch davon abhängt, dass seine Stilistik erkennbar bleibt, bleibt die irische Tanztradition auch für den Show Dance der Maßstab, der darüber entscheidet, ob ein konkreter Tanz als irisch akzeptiert wird. |
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