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War der Irish Dance jahrhundertelang eine rein irische Kulturform, die vom Rest der Welt kaum zur Kenntnis genommen wurde, änderte sich das schlagartig mit "Riverdance" 1994. Seitdem hat sich die Begeisterung für den irischen Tanz im Allgemeinen und den Irish Step Dance im Besonderen weltweit verbreitet. Dem neu erwachten Interesse entsprechend nahmen in vielen Ländern viele Tanzschulen Kurse im Irish Dancing ins Programm, oder begeisterte Zuschauer, die sich einige Schritte aus den Shows abgeschaut hatten, gaben ihre Erkenntnisse weiter, in beiden Fällen meist ohne auch nur irgendeine klare Vorstellung vom traditionellen irischen Tanz zu haben. Für An Coimisiún war diese "wilde" Entwicklung natürlich inakzeptabel, und so begann sie Ender der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts, auch außerhalb der Gemeinden irischer Auswanderer, speziell auf dem europäischen Festland, tätig zu werden. Die ersten von ihr anerkannten irischen Tanzschulen wurden dort von bereits registrierten irischen Lehrern eröffnet. Schon bald wurden auch dorthin ausgewanderte irischstämmige ehemalige Tanzschüler, die begonnen hatten, Nichtiren zu unterrichten, zu T.C.R.G.-Lehrern ausgebildet. Erst mit Beginn des 21. Jahrhunderts erreichten es einige Nichtiren, die irische Tanzlehrerlizenz zu erringen. Damit gelang es An Coimisiún nun auch bei den nichtirischen Irish Dancers, ihren Alleinvertretungsansprung geltend zu machen.
Eine besondere Vorreiterrolle kam hierbei kleineren Ländern wie Österreich und den skandinavischen Ländern zu. In den skandinavischen Ländern existiert seit dem 26. Februar 2000 die Nordic Society of Irish Dancers (N.S.I.D.), die direkt von An Coimisiún betreut wird und die Organisation von Tanzveranstaltungen koordiniert. Seit 2003 wird sie von der Nordic Irish Dance Teachers Association (N.I.D.T.A.) als Regionalorganisation von An Coimisiún für Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden ergänzt. 2004 hatte die N.I.D.T.A. bereits 24 Mitglieder, obgleich noch keines von ihnen über ein T.C.R.G. verfügte, während die N.S.I.D. 438 Mitglieder hatte. In Österreich gibt es mit der Irish Dancing Association Austria (I.D.A.A.) bereits seit Dezember 2002 eine direkt an An Coimisiún angeschlossene Tanzlehrervereinigung, der bei Gründung drei Mitglieder angehörten.
Um die Bemühungen zur Organisation des Irish Dancing auf dem europäischen Festland zu bündeln, gründete An Coimisiún 2003 für Europa eine eigene Regionalorganisation, die Registered Teachers Mainland Europe (R.T.M.E./C.L.R.G.). Anfang 2004 hatte sie vier als T.C.R.G., sowie einen temporär als t.T.C.R.G. und sechs assoziiert als a.T.C.R.G. registrierte Mitglieder. Die restriktive Politik von An Coimisiún stieß jedoch gerade in Europa auf heftigen Widerstand, so dass sich beispielsweise in Deutschland eine erheblich stärkere nationale irische Freizeittanzszene entwickelte, dort gefördert von The Action Dance Federation (TAF), der Wettkampftanzorganisation des Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverbandes (A.D.T.V.). Anfang 2004 wurde dann von dem sehr erfolgreichen schottischen Lehrer Sean Gavan, der wenige Jahre zuvor aufgrund rechtlicher Probleme die USA verlassen musste und aus der I.D.T.A.N.A. ausgeschlossen sowie von An Coimisiún gesperrt worden war, eine weitere irische Tanzorganisation mit weltweitem Anspruch gegründet, die ihren Sitz aber im Gegensatz zu allen anderen Organisationen auf dem Festland Europa hatte. Die World Irish Dance Association (W.I.D.A.) mit Sitz in den Niederlanden legte ihren Schwerpunkt vor allem auf die Entwicklung der europäischen Irish-Dancing-Szene und die Heranbildung einheimischer Lehrer, statt irische Lehrer und deren Vorstellungen zu exportieren.
In Lateinamerika und Asien ist das Irish Dancing noch relativ wenig verbreitet. Demzufolge gibt es hier auch kaum organisatorische Strukturen. Eine Ausnahme stellt hierbei Japan dar, wo es mit der Eastern Irish Dancing Association (E.I.D.A.) eine kleine zur N.S.I.D. analoge und von An Coimisiún lose betreute Organisation gibt. In Afrika hingegen, speziell im Siedlungsgebiet von Nachkommen irischer Auswanderer, beispielsweise in Kenia, aber vor allem in Südafrika, hat An Coimisiún Ende des 20. Jahrhunderts fest Fuß gefasst. Bis zum Jahr 2000 war die Anzahl der T.C.R.G.-Lehrer dort auf 21 gestiegen, wovon 20 als assoziert registriert waren, also ohne Prüfung, aber unter direkter Kontrolle von An Coimisiún.
War die Gründung der C.R.N. schon ein Schritt weg von der Bevormundung durch eine kleine Expertengruppe, da von der C.R.N. offene Wettbewerbe abgehalten werden, an denen alle Tänzer ohne Rücksicht auf eine Organisations- oder Schulbindung teilnehmen können, so wurde 2000 ein weiterer Schritt in diese Richtung getan. Im April dieses Jahres wurde die Celtic Association of Irish Dancing (C.A.I.D.) mit Sitz in Barnet bei London in England gegründet. Diese Organisation für unabhängige Irish-Dancing-Lehrer betreibt keine eigene Tanzpolitik und führt keine Prüfungen durch, um den Mitgliedern die Tanzauffassung einer Führungsgruppe aufzuzwingen, sondern lässt den Lehrern ihre volle Freiheit. In der C.A.I.D. können sich Tanzlehrer und Tanzschüler in Wettbewerben frei austauschen, wobei die Entwicklung des Tanzes aber lebende Kultur bleibt, anstatt administrative Vorschrift. Die Wettbewerbe sind nur Mittel zum Zweck des Tanzes, nicht Ziel der Sache. Allerdings hatte die C.A.I.D. 2004 nur neun Mitglieder und bleibt damit innerhalb der Bewegung des Irish Dancing nur eine, wenn auch bemerkenswerte, Randerscheinung. Aber für alle, die sich vom gesteuerten System lösen wollen, existiert nun wenigstens eine organisatorische Alternative.
An Coimisiún ist heute unbestritten die international führende Autorität im Irish Dancing. Ihr Einfluss auf die irische Tanzkultur, speziell das Solo Dancing, ist hart und auch außerhalb des Wettbewerbssystems kaum zu ignorieren. Und sie setzt ihren Anspruch, weltweit über das Irish Dancing zu herrschen, durchaus auch mit recht zweifelhaften Methoden durch und reagiert auf Kritik äußerst allergisch. Kritiker am System oder auch nur am zweifelhaften Verhalten von Wertungsrichtern bei Wettbewerben werden nicht geduldet und landen schnell auf schwarzen Listen. Seit Beginn des 21.Jahrhunderts lässt An Coimisiún sogar Internetforen nach kritischen Äußerungen durchsuchen, und wer sich dem Regime der Tanzlobby widersetzt, hat keine Chance, jemals wieder zu einer offiziellen Veranstaltung zugelassen zu werden. Mit dem Social Set Dance und irischen Freizeittanzgruppen, mit An Comhdháil, An Comhaltas, der Irish National Folk Company, C.R.N., C.A.I.D. und den Tanzshows gibt es jedoch heute Alternativen, die das bürokratisierte System durchbrochen und geöffnet haben.

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Irish Dance, Irish Dancing, Irischer Tanz
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Letzte Änderung: 1. Januar 2007 - © Kunst des Denkens 2003-2007
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