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In den ersten zwanzig Jahren ihrer Existenz schien es An Coimisiún zu gelingen, sich den gesamten Irish Dance unterzuordnen oder unliebsame Tendenzen auszurotten. Letzteres betraf vor allem auch die Social Set Dances. Anfang der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts kam jedoch eine Bewegung ins Rollen, die den Machtanspruch der Kommission ernsthaft gefährden würde. Im März 1951 trafen sich einige traditionelle irische Musiker, um über die Organisation eines Festivals für traditionelle irische Musik zu beraten. Dieses Treffen wurde zur Gründungsveranstaltung von An Comhaltas Ceoltóiri Éireann [Én 'ko:ltÉs k®o:l'to:ri 'e:rÉn] - der irischen Musikervereinigung. Neben dem Festival, dem Fleadh Cheoil na hÉireann [fla: 'xo:l nÉ h'e:rÉn], dass ab 1952 jährlich stattfand und schnell zu einem kulturellen Großereignis wurde, hält An Comhaltas seitdem andere Festivals, Sessions, Wettbewerbe und Kurse in traditioneller irischer Folk-Musik ab. Anfangs war An Comhaltas vollständig auf Musik orientiert und teilweise sogar feindlich gegenüber dem irischen Tanz eingestellt. Tanz war auf den regelmäßigen Sessions der in kurzer Folge in ganz Irland entstehenden Ortsgruppen meist nicht erwünscht, oft nicht erlaubt. Ende 1969 entschloss sich An Comhaltas jedoch, eine irische Revue zu produzieren. Die Leitung übernahm Pat Ahern, Künstlerischer Direktor des Siamsa Tíre ['íiÉmsÉ ti:rÉ], des National Folk Theatre in Birr. Die Revue, irisch Scoraiocht [sko'ri:Éxt], wurde dann am 21. Dezember 1969 im Colaiste Mhuire [ko'la:stÉ 'virÉ] in Dublin aufgeführt, unter Einbeziehung von Céilí Dances und frei choreografierten Tänzen im Stile der Céilí Dances. Nach dem großen Erfolg dieser Aufführung schlug Donncha Ó Muineachain im März/April-Heft der Comhaltas-Zeitschrift "Treoir" [tro:r] von 1970 vor, die Aktivitäten von An Comhaltas auch auf den irischen Tanz auszudehnen und Céilí Dancing und sogar Solo Dancing in das Kursprogramm aufzunehmen. Bereits am 11. und 12. April 1970 fand dann in Birr der erste Tanzlehrerkurs im Céilí Dancing statt, und am 30. Mai und 1. Juni des gleichen Jahres das erste Fleadh Nua [fla: nuÉ] oder Neue Festival, ebenfalls mit traditionellen und freien Céilí Dances. Von dieser Zeit an war der Tanz immer häufiger auf Veranstaltungen von An Comhaltas zu finden. Inzwischen kümmert sich dort ein eigener Organisationszweig, das Tanzkomittee oder Dancing Committee, irisch Coiste Rince ['kóstÉ 'riñkÉ], um die Pflege der Tanztradition.
Die Spaltung der irischen Wettkampftanzbewegung in An Coimisiún und An Comhdháil war ein wesentlicher Antrieb für An Comhaltas, sich zu Beginn der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts stark im Bereich des Irish Dancing zu engagieren. War es bis dahin üblich, sich für Veranstaltungen oder Fernsehsendungen zum Thema Irish Folk Tänzer bei An Coimisiún zu holen, gab es nun zwei Organisationen, die sich darum stritten und öffentliche Auftritte der jeweils anderen Organisation förmlich bekämpften. Mit An Comhaltas gab es nun jedoch eine unabhängige Organisation, an die sich vor allem das Fernsehen wandte. Um Konflikte mit den beiden großen Organisationen zu vermeiden, verlegte sich An Comhaltas jedoch schnell verstärkt auf das Set Dancing. Infolge des jahrzehntelangen Banns durch An Coimisiún war dieser Bereich nicht organisiert, und es gab keine Tanzregeln dafür, die von irgendwem eingefordert wurden. So legte An Comhaltas nach dem fast völligen Verschwinden der Social Set Dances Mitte der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts den Grundstein für das Wiederaufblühen dieser irischen Tanztradition. An Coimisiún, durch die Abspaltung von An Comhdháil geschwächt, blieb zwar bei ihrer Ablehnung des Set Dancing, konnte sich aber nicht mehr gesamtgesellschaftlich durchsetzen.
Auch die Gaelic Athletic Association (G.A.A.), eine landesweite Sportvereinigung, begann zu Beginn der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts damit, besonders in der fußballfreien Zeit als Scor [skó:É] bezeichnete große Treffen abzuhalten, auf denen seitdem Mitglieder zum Trinken, Musizieren und vor allem Tanzen zusammenkommen. Auch wenn dabei kleinere Tanzwettbewerbe abgehalten werden, blieben diese Veranstaltungen bis heute gesellige Abende ohne leistungssportlichen Anspruch, sind aber fester Bestandteil der im irischen Volk lebendigen freien Tanzkultur.
Ebenfalls 1970 wurde die Irish National Folk Company (I.N.F.C.) gegründet. Das irische Wettkampftanzsystem, das den Irish Dance zu einem starren Sport für Kinder gemacht hatte, wurde von vielen nach der Spaltung der Wettkampfbewegung als gescheitert angesehen. Die Company wollte dem den Irish Dance nun wieder als Volkskultur entgegenstellen. Dabei richtete sie ihr Hauptaugenmerk aber auf das Ausland, um dort die irische Tanzkultur bekannt zu machen und den Austausch mit den Tanzkulturen anderer Länder zu fördern, denn für diese Aufgabe hatte sich der Wettkampftanz als untauglich erwiesen. Die Company, die seit 1991 ihr Hauptquartier im St. Enda's College in Rathfarnham am Fuße der Dublin Mountains hat, organisierte daher bis heute eine Vielzahl von Klassen, Workshops und Seminaren zum Irish Dance in vielen Ländern der Erde und bildete auch Tanzlehrer aus. Das Programm umfasste dabei den irischen Tanz in seinem gesamten Stilreichtum. Das von der Company verliehene Tanzlehrerzertifikat wird von Tanzlehrervereinigungen mehrerer Länder anerkannt, aber natürlich nicht von An Coimisiún und An Comhdháil.
Nach seiner Abspaltung sah es einige Zeit so aus, als würde An Comhdháil An Coimisiún ernsthaft Konkurrenz machen. Doch trotz des Wechsels einiger bekannter Tanzlehrer und einiger Erfolge beim Aufbau eines irischen und später internationalen Organisationsnetzes konnte An Comhdháil sich nie aus dem Schatten von An Coimisiún lösen. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts galt er zwar als zweitgrößte irische Tanzorganisation, stand aber klar weit hinter An Coimisiún. 2006 verfügte An Comhdháil über 21 Regionalorganisationen oder Braches. Die meisten davon betrafen Irland. Das waren Belfast, Connacht, Cork, Derry/Donnegal, Dublin, Kildare/Laois, Mid-Ulster, Newry, South Derry/South West Antrim, Waterford, West Tyrone und Wicklow. Weiterhin bestanden in Großbritannien die Branches Channel Islands, London, London and Home Counties, Midlands, Scotland und Southern England Region. In der restlichen Welt gab es eine Regionalorganisation für die USA, eine für Australien sowie die Branch East European, Osteuropa, der allerdings nur Tanzlehrer in der Slowakei angehörten. 2003 gehörten An Comhdháil etwa 360 Tanzlehrer weltweit an.
Aus der Unzufriedenheit mit der rigiden Politik von An Coimisiún geboren, kehrte auch bei An Comhdháil keine Ruhe ein. 1981 spaltete sich die Nationale Tanzassoziation, englisch National Dance Association, irisch Cumann Rince Náisiúnta ['ku:mÉn 'riñkÉ nau'íuntÉ] (C.R.N.) von ihr ab. Wesentlicher Streitpunkt war die Selbstisolation von An Comhdháil, was die Zulassung von Tänzern zu Wettbewerben betrifft. Die C.R.N. blieb zwar auch in den folgenden Jahrzehnten sehr klein, aber die Tatsache, dass ihre Wettbewerbe für alle Tänzer offen sind, auch für Mitglieder anderer oder keiner Tanzorganisationen, macht sie in der irischen Tanzorganisationslandschaft bemerkenswert. Im Jahr 2004 hatte die C.R.N. Mitglieder in Irland, Wales, Niederlande, Japan und den USA.

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Irish Dance, Irish Dancing, Irischer Tanz
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Letzte Änderung: 1. Januar 2007 - © Kunst des Denkens 2003-2007
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