Literatur

Bedingt durch die keltisch-irische Tradition der mündlichen Überlieferung gibt es keine frühen schriftlichen Zeugnisse vom irischen Tanz. Die erste Erwähnung des Tanzes, und zwar nicht des irischen, in einem irischen Dokument stammt erst aus dem 12. Jahrhundert und findet sich in einer Bibelerzählung von Salome und Herodes.

Batar tra da ingin oc Erudiátas, oc mnai Hiruath; Saluisa & Neptis anmunda na n-ingen-sin; batar din hil-cherda inganta leo-side .i. ingen dib oc ambrán & oc luindiucc & oc oc fethcusib & ciúil examail ar-chena .i. Neptis a hainm-side. In ingen aile imorro .i. Saluísa, fri clesaigecht & lemenda & fri hopairecht.
Herodias, Frau des Herodes, hatte zwei Töchter namens Salvisa und Neptis. Viele Künste kannten sie - eine, nämlich Neptis, beherrschte den Gesang und das Spiel auf des Pfeifen und Instrumenten aller Arten - die andere, Salvisa, die Akkrobatik, kunstvolle Sprünge und Bewegungen.

Es gibt viele Spekulationen darüber, warum der irische Übersetzer den ursprünglichen lateinischen Ausdruck für Tanz durch insgesamt drei Begriffe - Akkrobatik, kunstvolle Sprünge und rhythmische Bewegungen - irisch Cleasaíocht, Léimneach und Hopaireacht - ersetzte. Am wahrscheinlichsten ist dabei die Vermutung, dass die irische Auffassung von Tanz entsprechend der traditionellen Volks- und Ritualtanztradition wesentlich enger gefasst war als die lateinische, und akrobatischen Schautanz, wie er hier gemeint war, nicht beinhaltete. Daher fügte der Übersetzer dem eigentlichen irischen Begriff für Tanz - Hopaireacht, auch als leichtes Herumhüpfen übersetzbar - noch erklärend die anderen Begriffe hinzu. Auch heute noch wird der Begriff "Hopaireacht" in einigen Gegenden der Gaeltacht für die letzte im Hornpipe-Rhythmus mit Battering getanzte Figur der lokalen Sets verwendet.

Die um 1417 geschriebenen "Annalen von Connacht" erwähnen einen Tanz, der offenbar als Teil der Fastnachtsfeierlichkeiten abgehalten wurde. Das Zitat findet sich in der von A. Martin Freeman 1944 in Dublin herausgegebenen Ausgabe auf den Seiten 434-435.

Piarrus mac Semais meic Emainn Butiler .i. adbur Iarla Urmuman do marbad adaig Initi a tig Donnchadha Oirig Meic Gilla Patraic ind Osraige la gabhaind Dondchada & siat oc denam damsa, & sepultus est his manestir Chuli iarom.
Piers, Sohn des John, Sohn des Edmund Butler, der Earl von Ormond gewesen wäre, wurde in der Nacht von Fastnachtsdienstag im Hause von Donnchad Oirech Mac Gilla Patraic in Ossory durch Donnchads Grobschmied getötet, während sie tanzten, und wurde danach im Kloster von Cuil begraben.

V.H. Friedel und Kuno Meyer veröffentlichten in dem 1907 in Paris herausgegebenen Buch "La Vision de Tondale (Tnudgal)" auf den Seiten 95 und 122 Referenzen von um 1500, in dem das Tanzen in Fragen angeführt wird.

Cidh na dena damsa frit cosaibh?
Warum tanztest du nicht mit deinen Füßen?
[…] Cidh dobeir ort gan damsa do denum la do chosaibh?
[…] Was hinderte dich daran, mit deinen Füßen zu tanzen?

In "The History of the County of Dublin" veröffentlichte John Dalton 1838 auf Seite 569 ein Zitat von 1519 aus Dublin von Thomas Netterville, zu dieser Zeit Staatsanwalt in Irland. Darin wird der Tanz nur kurz erwähnt.

Memorandum, that I, Thomas Netterville, the king's attorney, was with Sir William D'Arcy of Platten, knight, at Platten, the Monday next before the feast of the Nativity of our Lord Jesus Christ, in the year 1519, […] and […] enquired of him whether he knew John Bermingham of Baldungan, […] Sir William shewed me that he and his cousin Sir Thomas Kent, being learning their Tenures and Natura Brevium with Mr. John Stret at Dublin, was tabled at Hugh Talbot's, […] and that Philip Bermingham, then Chief Justice of the King's Bench, […] having one John Harper in his service, unto which John Harper, the said Sir William and Sir Thomas, with other their companions on holydays resorted, to learn to harp and to dance at the said justice's place, where was then the said John Bermingham; […].
Ich merke an, dass ich, Thomas Netterville, des Königs Anwalt, mit Sir William D'Arcy of Platten, Ritter, am Montag vor dem Fest der Geburt unseres Herrn Jesus Christus im Jahre 1519 bei Platten war […] und […] ihn befragte, ob er John Bermingham of Baldungan kenne, […] Sir William zeigte mir, dass er und sein Cousin Sir Thomas Kent, als sie ihre Tenures und Natura Brevium mit Mr. John Stret in Dublin lernten, am Tische von Hugh Talbot saßen, […] und dass Philip Bermingham, zu dieser Zeit Oberster Richter des Gerichtes des Königs, […] einen John Harper in seinen Diensten hatte, zu welchem John Harper die besagten Sir William und Sir Thomas zusammen mit anderen ihrer Kameraden während ihrer Ferien gingen, um Harfe und Tanz am Platz des besagten Richters zu lernen, wo dann auch besagter Bermingham war; […].

Von vielen Autoren wird eine Anmerkung über die Ähnlichkeit mit dem schottischen Ring Dance in "Complainte of Scotland" aus dem Jahr 1549 als erste Erwähnung des irischen Rince Fáda angesehen. Genauere Nachforschungen zeigten jedoch, dass diese Anmerkung erst von einem Herausgeber im 19. Jahrhundert hinzugefügt wurde.

In dem Gedicht "An Chliar Ghliogair" von kurz nach Oktober 1578 über den ehemaligen Franziskaner und nun protestantischen Erzbischof Miler Magrath von Cashel tadelte Eoghan Ó Dubhthaigh den Tanz zusammen mit anderen "unschicklichen" Sünden. Dabei nimmt er Bezug auf den Vornamen des Erzbischoffs, der irisch Maolmhuire, Marias Diener, bedeutet, was er angesichts seiner Sündhaftigkeit offenbar für Anmaßung hielt.

A Mhaol gan Mhuire ná bí borb,
ná labhair ré Muire go garg.
Feoil Chorghois is bean ag bord
olc an t-ord ag easbog ard.
Ringce, imirt agus ól,
is bean óg dá fásgadh ribh,
bruidhean, meisge, fíon Spáinneach -
ní instrument crábhaidh sin.
Maol ohne Maria, sei nicht grob,
sprich nicht respektlos über Maria.
Fleisch in der Fastenzeit und Beischlaf mit einer Frau
sind unschickliche Verhaltensweisen für einen Erzbischof.
Tanzen, spielen und trinken,
und dass du eine junge Frau umarmst,
Krawall, Trunkenheit und spanischer Wein -
das ist keine Hilfe zur Frömmigkeit.

Fynes Moryson, Sekretär von Lord Deputy Mountjoy, beschrieb 1600 in "Manners and Customs of the Irish", wie das irische Volk für seine Lords tanzte.

[The Irish] delight much in dansing, vsing no Arte of slow measures or lofty galliards, … but only Country danses, whereof they haue some pleasant to beholde, as … Balrudry, … and the whipp of Dunboyne and the daunse a bout a fyer (Comonly in the midst of a roome) holding withes in their hands, and by certayne straynes drawing one another into the fyer and also the Matachine daunse with naked swordes, … which they make to meete in diuers comely postures, and this I haue seene them often daunse before the lord Deputy in the houses of (diuers) Irish lordes, and it seemed to me a dangerous sport, to see so many naked swordes so neere the Lord Deputy and the cheefe Commanders of the Army in the handes of the Irish kerne, who had either lately beene or were not vnlike to proue Rebells.
[Die Iren] haben viel Freude am Tanz, ohne die Kunst des langsamen Maßes und des edlen Auftretens … aber nur an Landtänzen, wobei man ihnen gern zuschaut, wie … "Balrudry" … und "The Whip of Dunboyne" und den "Dance about a Fire" (gewöhnlich in der Mitte eines Raumes), wobei sie Stöcke in den Händen halten und sich mit bestimmten Griffen gegenseitig in das Feuer ziehen, und auch der "Matachine Dance" mit blanken Schwertern, … welche sie in verschiedenen hübschen Posen zusammenschlagen, was ich oft vor dem Lord Deputy in den Häusern verschiedener irischer Lords getanzt gesehen habe, und es schien mir ein gefährlicher Sport zu sein, so viele blanke Schwerter so nahe beim Lord Deputy und den Oberkommandierenden der Armee in den Händen irischer Kerle zu sehen, die entweder kürzlich als Rebellen überführt worden waren oder gut möglich welche waren.

Zur Fußstellung im irischen Tanz im 17. Jahrhundert gibt Thomas Middleton in seinem in London veröffentlichten Stück "Women Beware Women" von 1621 einen Hinweis in Akt 3, Szene 3.

[…] I cannot abide a splay-footed woman; […] her heels keep together so, as if she were beginning an Irish dance still, and the wriggling of her bum playing the tune to't.
[…] ich kann eine spreizfüßige Frau nicht ausstehen; […] ihre Fersen bleiben zusammen, so als ob sie einen irischen Tanz anfangen würde, und das Wackeln ihres Hinterns spielt die Melodie dazu.

Im gleichen Stück, Akt 3, Szene 2, beschrieb er in einem Wortspiel in seiner "blumigen" Sprache, welche Tänze von welchen sozialen Gruppen getanzt wurden.

Plain men dance the measures,
the cinquepace the gay;
cuckholds dance the hornpipe;
and farmers dance the hay;
your soldiers dance the round
and maidens that grow big;
your drunkards, the canaries,
your whore and bawd the jig.
Einfache Leute tanzen langsam,
die Fröhlichen die Cinque-Pace;
Hahnreis tanzen die Hornpipe;
und Bauern tanzen den Hay;
die Soldaten tanzen den Rundtanz,
und Mädchen, die groß werden;
die Trunkenbolde den Kanaren-Tanz,
die Hure und die Puffmutter die Jig.

In den von Charles MacNeill veröffentlichten "Copies of the Down Survey Maps in Private Keeping", Analecta Hibernica VIII, von 1933 findet sich auf Seite 424 eine Anmerkung aus Dunboyne, County Meath, von 1654.

[…] at the North end of the town by the highway stands a high Ash Tree seen over all or most parts of the Barony about which the Country People used to Dance around on Festivall Days.
[…] am nördlichen Ende der Stadt steht an der Landstraße eine hohe Esche, die in fast der gesamten Baronie gesehen werden kann, um die das Landvolk zu Volksfesten herumzutanzen pflegte.

Wie die katholische Kirche zum irischen Tanz stand, vermittelt uns ein Priester aus West Cork, der offenbar sexuell nicht ausgelastet war und deshalb seine Gedanken nur auf das eine lenken konnte, in einer Anmerkung von 1670.

Women dancers are the cause of many evils, because it is they who bear arms in the devil's army. The devil compels them togather on holidays for dancing, a thing which leads them to bad thoughts and evil actions.
Tänzerinnen sind die Ursache vieler Übel, weil sie es sind, die Waffen in der Armee des Teufels tragen. Der Teufel zwingt sie, sich an Feiertagen zum Tanzen zu versammeln, wodurch sie zu schlechten Gedanken und bösen Taten geführt werden.

In "The Present State of Ireland", London, 1673, Seite 153 wird berichtet, dass der irische Tanzstil vorwiegend eine Sache des einfachen Volkes war.

The Irish Gentry are musically disposed, and therefore many of them play singular well upon the Irish Harp […]. The Common sort […] are much given to Dancing after their Country way, and the men play upon the Jews-Harp.
Der irische Adel ist sehr der Musik zugeneigt, und deshalb spielen viele von ihnen einzigartig gut auf der irischen Harfe […]. Das einfache Volk […]  ist mehr dem Tanz nach Landessitte zugetan, und die Männer spielen auf der jüdischen Harfe.

Wie sehr der Tanz zum Leben der Iren gehörte, erfährt man von Richard Head in seinem Buch "The Western Wonder" von 1674.

[…] in every field a fiddle and the lasses footing it till they are all of a foam.
[…] in jedem Feld eine Geige, und die Mädchen tanzen dazu, bis sie Schaum vor dem Mund haben.

Seine Beobachtungen, den irischen Tanz betreffend, notierte Thomas Dineley in "A Voyage through the Kingdom of Ireland", das 1681 in Gent erschien.

By day:
They are at this day much addicted (on holidays, after the bagpipe, Irish harpe, or Jew's harpe) to dance their countrey fashion (that is) the long dance one after another of all conditions, master, mrs, servants & c.
By night:
At these meetings (wakes) the young frye, viz. Darby, Teigue, Morogh, Leeam, Rinett, Allsoon, Norah, Shevaune, More, Kathleene, Ishabeal, Nooulla, Mayrgett, Timesheen, Shinnyed, & c., appeare as gay as may be, with their holyday apparell, and with piper, harper or fidler, revell and dance the night throughout, make love and matches.
Am Tage:
Sie sind an diesem Tag dem Tanz nach ihrer Landesart verfallen (zu Feiertagen, nach dem Dudelsack, der irischen Harfe oder der jüdischen Harfe), das ist der Long Dance, einer nach dem anderen aus allen Ständen, Herren, Damen, Diener & Co..
Zur Nacht:
Auf diesen Treffen (Kirmes) erscheinen die jungen Leute, nämlich Darby, Teigue, Morogh, Leeam, Rinett, Allsoon, Norah, Shevaune, More, Kathleene, Ishabeal, Nooulla, Mayrgett, Timesheen, Shinnyed & Co., so fröhlich als man sein kann in ihrer Feiertagskleidung und mit Dudelsackspieler, Harfist oder Fiedler, feiern und tanzen die ganze Nacht durch, lieben sich und finden sich zu Paaren.

P.D. Vigours beschrieb in "An Account of the Reception of a New Charter from King James II to the Town of New Ross, County Wexford, in March 1687", veröffentlicht im "Journal of the Royal Society of Antiquaries of Ireland" Nr. XIX von 1889 auf Seite 134, eine Tanzszene auf einer offiziellen politischen Feier am 10. März 1687 in New Ross im County Wexford.

On their approach towards the Corporation they were met and saluted by above sixty young women, well dressed, and dancing with their pipers before them, saying in Irish 'De Vahe Waister Meare agus vat boune qu roe Rey Shames'; then approached a number of angelicall young virgins carrying in their hands laurells gilt with gold, consisting of above sixty in number, the best mens children of the corporation very richly clad and decently ordered, […] dancing a part with themselves with a garland valued twenty guineas and music playing for them, […].
Bei ihrer Ankunft bei der Stadtverwaltung begegneten ihnen mehr als sechzig junge Frauen, gut angezogen und mit ihnen voran gehenden Dudelsackspielern, die sie grüßten und auf irisch sagten: "De Vahe Waister Meare agus vat boune qu roe Rey Shames"; dann näherte sich eine Anzahl engelsgleicher junger Jungfrauen, die vergoldetes Lorbeer in ihren Händen hielten, insgesamt mehr als sechzig an der Zahl, die Kinder der besten Männer der Stadt, sehr reich geschmückt und anständig geordnet, […] die mit einer Girlande, zwanzig Guineen wert, ein Stück vortanzten, und Musik, die für sie spielte, […].

Als James II. im März 1689 in Kinsale, County Cork, eintraf, wurde er auch mit Tanz begrüßt, wie ein Chronist berichtete.

All along the road the country came to meet his majesty […] orations of welcome being made unto him at the entrance of each considerable town and young rural maidens weaving dances before him as he travelled.
Überall an der Straße kam das Land, um seine Majestät zu treffen […] Willkommensbekundungen wurden ihm in jeder bedeutenden Stadt entgegengebracht, und junge Dorfmädchen woben Tänze vor ihm, als er reiste.

Dáibhidh Ó Bruadair, Poet aus Munster, erwähnt den "Damhsa an Ghadaraigh", auch "Rince an Ghadaraigh" genannt, englisch "Dance of the Whites", also "Tanz der Weiden", in seinem Gedicht "Caithréim Thaidhg", "Tadhgs Triumph", von 1690. Der Zusammenhang ist allerdings nicht ganz klar. Aus dem Rest des Gedichtes könnte gefolgert werden, dass er beschreibt, wie dieser Tanz als trotzige Antwort auf die Rekrutierung von Iren in die britische Arme getanzt wurde. Es könnte aber aufgrund der Formulierung auch gemeint sein, dass widersätzliche Iren von den Soldaten hingerichtet wurden, denn diese wurden zu dieser Zeit an Weiden aufgehängt, was oftmals als "Rince an Ghaid", also "Tanz der Weide" genannt wurde.

I dtigh na gárda is gnáth gér bh'annamh san
Sórdán nach sólás le geamaraibh
Fianuigheacht ar fhialríoghraibh Banbha
Píp trí mbeann is damhsa an ghadaraigh.
In the guardhouse now often, though rarely in former times,
A humming is heard that to gammers no solace brings,
Fenian romances about Banbha's noble kings,
The dance of the withe and the strains of the three-droned pipe.
Im Wachhaus nun oft, obwohl selten in früherer Zeit,
ist ein Summen zu hören, dass den Großmüttern keinen Trost bringt,
irische Romanzen über Banbhas edle Könige,
der Tanz der Weiden zu den Klängen des Dudelsacks mit drei Dronen.

In "Faulkiner's Dublin Journal", Dublin, vom 29. Mai 1733 findet sich eine der ersten Erwähnungen von Tanzmeistern in Irland.

At Madam Violante's Booth in George's-Lane, on Wednesday next, being the 6th of June, 1733, for the benefit of Mr. Walsh and Mr. Cummins, Dancing-Masters, will be performed a Grotesque Opera, call'd "Harlequin Triumphant" […] with Variety of Dancing and Musick […].
Bei Frau Violantes Stand in der George's Lane wird am nächten Mittwoch, dem 6. Juni 1733 zu Ehren der Tanzmeister Herr Walsh und Herr Cummins eine komische Oper mit dem Titel "Siegreicher Harlequin" aufgeführt […] mit einer Auswahl von Tanz und Musik […].

Ein Gedicht von Liam Dall Ó Hifearnáin aus dem County Tipperary, veröffentlicht von Breandán Ó Buachalla in "Aisling Ghéar" bei Baile Átha Cliath 1996 auf Seite 443, erwähnt in ähnlich doppeldeutiger Weise wie schon Dáibhidh Ó Bruadair den "Damhsa an Ghadraigh" oder "Tanz der Weiden". Dieses Gedicht aus dem 18. Jahrhundert feiert den Angriff Jean Francois Thurots auf Carrickfergus im County Antrim im Mai 1760.

Beidh aifreann cantaireach in gceann gach baile againn,
is cuirfear ár namhaid i dteannta a marfa,
is aite liom súd ná "Damhsa an Ghadraigh",
is má chuirtear a chodladh iad, ní dubhach liom é.
Das Ruhmeslied wird in allen unseren Städten gesungen werden,
und unsere Feinde werden in Todesgefahr gebracht.
Ich finde das erfreulicher als den "Tanz der Weiden",
und wenn sie zum Schlafe gebettet werden, werde ich nicht traurig sein.

Arthur Young berichtete nach seiner Reise durch Irland 1776 bis 1779, dass die Tanzmeister zu dieser Zeit einen eigenen Stand bildeten.

Dancing is very general among the poor people. Almost universal in every cabin. Dancing masters of their own rank travel through the country from cabin to cabin with a piper or blind fiddler. Their pay is six pence a quarter.
Der Tanz ist unter den armen Leuten sehr verbreitet. Fast überall in jedem Dorf. Tanzmeister ihres eigenen Standes reisen mit einem Dudelsackspieler oder einem blinden Geiger durch das Land von Dorf zu Dorf. Ihre Bezahlung ist sechs Penny pro Kurs.
Besides the Irish Jig, which they can dance with a most luxuriant expression, Minuets and Country Dances are taught and I even heard some talk of Cotillions coming in.
Neben der irischen Jig, welche sie mit überschwenglichstem Ausdruck tanzen können, werden Menuette und Landtänze gelehrt, und ich habe sogar einige sagen gehört, dass Cotillions dabei waren.
 […] whimsical, shabby-genteel in dress, grandiloquent in speech ]…]
[…] schrullig, schäbig-vornehm in ihrer Kleidung, großspurig in ihrer Sprache […]
Weddings are always celebrated with much daning.
Hochzeiten werden immer mit viel Tanz gefeiert.
All the poor people, both men and women, learn to dance and are exceedingly fond of the amusement.
Alle armen Leute, sowohl Männer als auch Frauen, lernen zu tanzen und haben dieses Vergnügen außerordentlich gern.

J. Gamble veröffentlichte in "A View of Society and Manners in the North of Ireland" von 1813 in London eine Beschreibung Francis O'Neills von etwa 1780. Darin wird der Rince Fáda beschrieben, der 1689 zu Ehren von James II. getanzt wurde, als er in Kinsale, County Cork landete.

Three abreast, each holding the ends of a white handkerchief, moved a few paces forward to slow music, the rest following in pairs, a white handkerchief held between them. Then the dance began. The music changed to a brisk time, the dancers passed with a quick step under the handkerchiefs of the three in front, wheeled round in semi-circles and formed a veriety of pleasing evolutions interspersed with entrechats or cuts, united and fell again into their original places behind and paused.
Drei gleichauf, die Enden eines weißen Taschentuchs haltend, bewegten sich einige Schritte zu langsamer Musik vorwärts, der Rest folgte in Paaren, ein weißes Taschentuch zwischen ihnen. Dann begann der Tanz. Die Musik wechselte zu einem lebhafteren Rhythmus, die Tänzer bewegten sich mit einem schnellen Schritt unter den Taschentüchern der vorn stehenden Drei hindurch, wirbelten in Halbkreisen herum und formten eine Reihe angenehmer Figuren, unterbrochen von Entrechats oder Cuts, vereinten sich und zogen sich wieder auf ihre ursprünglichen Plätze nach hinten zurück und pausierten.

Der zu seiner Zeit sehr bekannte Tanzmeister Fontaine aus Dublin warb in "The Dublin Evening Post" vom 8. April 1780 unter anderem für Cotillions, die er als neue Tänze vorstellte.

New Dances […] particularly the Cottillion Quadrilles for the Masquerade […].
Neue Tänze […] speziell die Cotillion Quadrillen für die Maskerade […].

John Carr schrieb in "A Stranger in Ireland" von 1805:

A Sunday with the peasantry in Ireland is not unlike the same day in France. After hours of devotion, a spirit of gaiety shines upon every hour, the bagpipe is heard, and every foot is in motion.
Ein Sonntag mit dem Landvolk in Irland ist nicht unähnlich dem selben Tag in Frankreich. Nach Stunden der Andacht scheint ein Geist von Fröhlichkeit auf jede Stunde, der Dudelsack ist zu hören, und jeder Fuß ist in Bewegung.

In "The Panorama or A Journey to Munster", Dublin, 1807, findet sich auf Seite 60 eine Beschreibung der Art, wie die Iren religiöse Festtage mit Tanz feierten. Darin werden eine ganze Reihe von tänzerischen Elementen aufgezählt, wobei vor allem auch die Erwähnung von Armbewegungen in den Country Dances von Interesse ist.

The Irish formerly celebrated their Saints days with dancing, but not like the inhabitants of Limoges, in their places of worship, but at wells, nominally dedicated to them. They began their ceremonies with certain acts of penance, and purification, and the day concluded with the utmost festivity, but previous to the year 1798, they were dispersed, and sometimes cut down amidst their solemn rites. Since that period they have not ventured to assemble even on St. John's eve, to dance round the blazing pile, or to meet a beloved Squire brining home his Bride, or returning after a long absence to his country seat, when it was usual with them to trip the long dance before him for many miles with incredible swiftness; from their vivacity and agility the Irish were conspicuous in these exhibitions, and tho' the steps in dancing are reduced to five nominal one, viz. the direct, the open, the circular, the twisted or pas tortile, or the cut step, yet the with their bendings, risings, cabrioles, fallings, slidings, the foot in the air, the tip-toe, the rest on the heel, quarter turns, half turns, three quarter turns, and whole turns, the peasantry displayed an innumerable variety of motions, both with their feet, legs and arms in these simple dances.
Die Iren feierten früher ihre Heiligen mit Tanz, aber nicht wie die Einwohner von Limoges an den Plätzen des Gottesdienstes, sondern an Brunnen, die ihnen namentlich geweiht waren. Sie begannen ihre Zeremonien mit bestimmten Akten der Buße und Reinigung, und der Tag endete mit den größten Festlichkeiten. Aber vor dem Jahre 1798 wurden sie zerstreut und manchmal inmitten ihrer feierlichen Riten niedergemacht. Seit dieser Zeit haben sie sich noch nicht einmal zum St. John's Eve versammelt, um rund um ein loderndes Feuer zu tanzen oder um einen geliebten Herren, der seine Braut nach Hause bringt oder nach langer Abwesenheit zu seinem Landsitz zurückkehrt zu treffen, als es bei ihnen üblich war, den Long Dance viele Meilen mit bemerkenswerter Schnelligkeit vor ihm zu tanzen. Die Lebhaftigkeit und Agilität der Iren in diesen Darbietungen war bemerkenswert, und obwohl die Tanzschritte auf fünf beschränkt waren, nämlich den direkten, den offenen, den kreisförmigen, den verdrehten oder Pas Tortile und den Cut Step, so zeigten die Bauern mit ihren Beugungen, Hebungen, Cabriolen, Fällen, Schleifern, dem Fuß in die Luft, dem Auf-Zehenspitzen-gehen, dem Fersenstand, Vierteldrehungen, Halbdrehungen, Dreivierteldrehungen und ganzen Drehungen doch eine unzählige Vielfalt von Bewegungen, sowohl mit ihren Füßen und Beinen als auch Armen in diesen einfachen Tänzen.

Lady Morgan beschrieb in ihren Erinnerungen "The Book of the Boudoir", Band 2, Seite 231 der Londoner Ausgabe von 1829, wie der St. Patrick's Day in Dublin Castle in den frühen 1800ern gefeiert wurde.

This is the only occasion on which country dances are performed at the Irish court. The ball on Patrick's night is always opened by the lively dance of "Patrick's day". The dowagers of both sexes then come into play; and "the Irish trot" of many a veteran belle, recalls the good old times of the Rutland Court: when French quadrilles were "undreamed of in philosophy" of the dancing of that noted epoch.
Das ist die einzige Gelegenheit, zu der Landtänze am irischen Hof gezeigt werden. Der Ball zur Patrick's Nacht wird immer von dem lebhaften Tanz "Patrick's Day" eröffnet. Die Witwen und Witwer kommen dann ins Spiel; und "der irische Schritt" vieler ehemaliger Schönheiten ruft Erinnerungen an die guten alten Zeiten des Rutland Hofes wach, als von französischen Quadrillen "noch nicht zu träumen war", an den Tanz dieser bemerkenswerten Epoche.

Impressionen aus dem Irland der 50er Jahre des 19. Jahrhunderts, speziell aus Dublin, liefert "An Englishman", veröffentlicht bei W.H. Smith & Son, London, 1859 auf den Seiten 76-77.

Light of heart, light of heel, are strong national characteristics, often starting out and unexpectedly showing themselves. There appears to be a strong affinity and sympathy between the bow of a fiddle and Paddy's feet, for no sooner does the one sound than the other trembles for partnership. Shortly after my arrival at Dublin, walking out on the Malahide road one balmy early summer Sunday evening, in company with a friend, we were surprised on hearing the sound of a fiddle merrily scraping away, and on turning a corner of the road, saw the blind old owner and performer standing under the shade of a spreading elm-tree, surrounded by a group of men and maids, forming a thick circle round a pair who were jigging it well, under the influence of their own happy spirits and the applause and critical remarks of their neighbours. Goldsmith and his village-green stood prominently before our mind's eye. Again, it is no uncommon sight to see, on the return of the Baldoyle race-folk, a car full of holiday quay-porters, with fiddler en suite, pull up at a roadside "public," get their glass, and then jig (a couple at at time) until sheer exhaustion stops them.
Die Leichtigkeit des Herzens und die Leichtigkeit der Absätze sind starke nationale Charaktermerkmale, die oft hervorbrechen und sich unerwartet zeigen. Es scheint eine starke Bindung zwischen dem Bogen einer Geige und Paddys Füßen zu geben, denn die eine erklingt nicht eher als die anderen sich in Partnerschaft bewegen. Kurz nach meiner Ankunft in Dublin, als ich mit einem Freund an einem milden Frühsommersonntagabend heraus auf die Malahide Road trat, wurden wir vom Klang einer Geige überrascht, die fröhlich dahinkrazte, und als wir um die Straßenecke gingen, sahen wir den blinden Eigentümer und Künstler im Schatten einer ausladenden Ulme stehen, umringt von einer Gruppe von Männern und Mädchen, die einen breiten Kreis um ein Paar bildeten, dass kräftig ihre Jigs tanzte, ganz nach ihrer eigenen fröhlichen Vorstellung und unter dem Beifall und den kritischen Bemerkungen ihrer Nachbarn. Goldsmith und seine Dorfwiese standen uns deutlich vor Augen. Es ist kein ungewöhnlicher Anblick, bei der Rückkehr der Leute vom Baldoyle-Rennen, einen Wagen voller feiertäglicher Hafenarbeiter mit Geiger an Bord zu sehen, der an der Straßenseite hält, und die Leute trinken ein Glas und tanzen dann ihre Jigs (jeweils ein Paar), bis pure Erschöpfung sie stoppt.

P. Kennedy beschrieb 1867 in "The Banks of Boro" einen Rince Fáda, wie er 1812 getanzt wurde.

They were in their shirt sleeves, waistcoats, knee breeches, white stockings and turn pumps, all bright colours around their waists and ribbons of bright hue encircling heads, shirt sleeves, knees and boots, the shoulders getting more than was their due, the girls were in their Sunday garb with their hair decked with ribbons.
Sie waren in Hemdsärmeln, Westen, Kniehosen, weißen Socken und Straßenschuhen; alle mit leuchtenden Farben um ihre Hüften und bunten Bändern um ihre Köpfe, Ärmel, Knie und Schuhe; die Schultern bekamen mehr ab als gut war; die Mädchen trugen ihre Sonntagskleider und ihr Harr war mit Bändern geschmückt.

Die Ansichten der katholischen Kirche zum Tanz hatten sich auch 1924 nicht gewandelt. Das ist aus einer Äußerung von Dr. O'Doherty, zu jener Zeit Erzbischof von Galway, zu den modernen Tanzgewohnheiten der Iren zu ersehen.

The dances indulged in were not clean, healthy Irish dances. Fathers of this parish, if your girls do not obey you, lay the lash upon their backs.
Die Tänze, denen sie sich hingaben, waren keine sauberen, gesunden irischen Tänze. Väter dieser Gemeinde, wenn eure Mädchen euch nicht gehorchen, schlagt sie mit der Peitsche auf den Rücken.

Die Bischofskonferenz von Irland stellte dazu nach ihrem Treffen im Maynooth College in einer Adresse von Oktober 1925 fest:

[…] dance halls, more especially in the general uncontrol of recent years, have deplorably aggravated the ruin of virtue due to ordinary human weakness.
[…] Tanzhallen, speziell unter allgemein fehlender Kontrolle in den letzten Jahren, haben bedauernswerterweise den Niedergang der Moral aufgrund gewöhnlicher menschlischer Schwäche beschleunigt.

Vom Edinburgh Festival 1962 schreibt eine Zeitung über einen für diese Zeit eher ungewöhnlichen Slip-Jig-Wettbewerb.

A notable feature of the senior competition was that a boy was awarded second place in the slip jig event. It is most unusual for a boy to compete in a competition of this kind, and to get a place was a rare achievement.
Eine bemerkenswerte Besonderheit des Senioren-Wettbewerbes war es, dass ein Junge den zweiten Platz in der Slip Jig belegte. Es ist höchst ungewöhnlich für einen Jungen, an einem Wettbewerb dieser Art teilzunehmen. Und dann auch noch einen vorderen Platz zu belegen, ist ein wirklich seltenes Ereignis.

Irish Dance, Irish Dancing, Irischer Tanz
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